Preos AG: Insolvenzverfahren in Leipzig
Rechtsstreit über Anleihe-Rückzahlungen führt zur Pleite

Die Preos AG, ein Büroimmobilienunternehmen mit Sitz im Frankfurter Opernturm, befindet sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Dieses Verfahren wird durch den Leipziger Juristen Rainer M. Bähr von der Kanzlei HWW geleitet. Laut dem Gerichtsbeschluss hat Bähr die Aufgabe, die Unternehmensführung zu überwachen und das Vermögen im Gläubigerinteresse zu sichern und zu erhalten. Bähr bestätigte, dass er am Donnerstag über seine Ernennung informiert wurde und ein Treffen mit dem Vorstand der Preos AG, Frank Schneider, in Leipzig plant.
Die Insolvenz der Preos AG ist das Ergebnis eines monatelangen Streits über die Restrukturierung einer 250 Millionen Euro schweren Anleihe. Das Oberlandesgericht in Frankfurt hatte entschieden, dass eine geplante Zinsstundung nicht gewährt werden könne, was dazu führte, dass Preos die fällige Zinszahlung nicht leisten konnte. Die Preos AG hatte zuvor bereits gewarnt, dass die Zahlung der Zinsen und die Rückzahlung der Anleihe aufgrund mangelnder Liquidität unsicher sei. In der Folge kündigte das Unternehmen die Insolvenz an.
Das vorläufige Insolvenzverfahren wird in Leipzig durchgeführt, obwohl die Preos AG im Frankfurter Opernturm gemeldet ist. Dies liegt daran, dass das Gericht überzeugt wurde, dass die Mitarbeiter und der Vorstand von Leipzig aus arbeiten, während der Frankfurter Sitz lediglich formeller Natur ist. Der Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, bei dem die Geschäftsführung im Amt geblieben wäre und lediglich ein Aufseher zur Seite gestellt worden wäre, wurde vom Gericht abgelehnt. Diese Entscheidung könnte mit dem konfliktreichen Weg zur Insolvenz zusammenhängen.
Im Vorfeld der Insolvenz war die Preos AG in einen Rechtsstreit über die Restrukturierung der Anleihe verwickelt. Die Restrukturierungsvorschläge, die eine Stundung der jährlichen Zinsen und den Zwangstausch von Anleihen in Aktien beinhalteten, stießen bei den Gläubigern auf Widerstand. Einige Gläubiger vermuteten, dass verdeckter Einfluss auf die Abstimmungen genommen wurde. Dies wurde von der Preos AG jedoch zurückgewiesen. Dennoch stellte das Oberlandesgericht fest, dass es Anzeichen für eine bewusste Umgehung der Stimmverbote des Schuldverschreibungsgesetzes gibt.
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Zur AktienanalyseFür Gegner der Anleiherestrukturierung stellt die Ernennung des vorläufigen Insolvenzverwalters einen Erfolg dar, da sie hoffen, detaillierte Einblicke in die Geschäfte der Preos AG zu erhalten. Es wird erwartet, dass Bähr auch überprüfen wird, ob die Zinsstundung tatsächlich rechtskräftig wurde und ob bereits zuvor eine Zahlungsunfähigkeit bestand. Die Preos AG hatte im ersten Halbjahr prominente Immobilien verkauft, darunter das Sky-Hauptquartier und die Access Towers. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird voraussichtlich auf wenig verbleibende Werte stoßen, da laut einer Anwältin der Preos AG die Gesellschaft nahezu leer ist.


