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Preisverhandlungen bei Vitesco: Schaefflers Übernahmepläne stoßen auf Widerstand

Fortgeschrittene Synergien und Zukunftspläne - Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Übernahme

Preisverhandlungen bei Vitesco: Schaefflers Übernahmepläne stoßen auf Widerstand

Die Übernahme von Vitesco durch Schaeffler befindet sich in einem entscheidenden Stadium, jedoch steht der Preis nach wie vor im Zentrum der Verhandlungen. Schaeffler, ein bedeutender Autozulieferer und bereits größter Aktionär bei Vitesco, strebt an, die ehemalige Continental-Tochter vollständig zu übernehmen. Dabei besitzt das Familienunternehmen Schaeffler direkt und durch Optionen bereits 59 Prozent der Anteile, was die Zustimmung der Arbeitnehmer von Vitesco und des Vitesco-Chefs Andreas Wolf erhöht. Dennoch bleibt ein entscheidendes Hindernis bestehen: der Preis.

Kürzlich hat Schaeffler seine Angebotspreis für Vitesco-Aktien von 91 auf 94 Euro je Anteilsschein erhöht. Trotz dieser Verbesserung bleibt Vitesco bei seiner Ablehnung des Angebots. In einer Stellungnahme gab das Unternehmen an, dass sowohl der ursprüngliche als auch der erhöhte Angebotspreis aus finanzieller Sicht immer noch nicht angemessen sei. Diese Einschätzung wird durch eine Bewertung von Investmentbanken wie JP Morgan, Lazard und Perella Weinberg gestützt.

Obwohl Vorstand und Aufsichtsrat von Vitesco keine Empfehlung an die Aktionäre bezüglich des Angebots abgeben, deuten viele Anzeichen darauf hin, dass zahlreiche Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder beabsichtigen, ihre Aktien an Schaeffler zu verkaufen. Die Angebotsphase endet Mitte Dezember, und es scheint unwahrscheinlich, dass der Deal scheitert, da es keine Mindestannahmeschwelle gibt und Schaeffler keinen Beherrschungsvertrag plant.

Tatsächlich strebt Schaeffler an, etwa 30 Prozent der Vitesco-Aktien im Streubesitz zu belassen und könnte sogar weitere 9 Prozent über Optionsgeschäfte erwerben, wenn nötig. Ein Scheitern des Deals wäre nur in extremen Fällen wie einem unerwarteten Einbruch des MDax um 25 Prozent oder einem Rückgang des Betriebsgewinns von Vitesco um 100 Millionen Euro zu erwarten, was Schaeffler zum Rückzug vom Deal veranlassen könnte.

Unabhängig von den Preisdiskussionen machen die beiden Unternehmen Fortschritte in Bezug auf die Übernahme. Gremien von Vitesco unterstützen aktiv die Umsetzung des Erwerbsangebots und des Unternehmenszusammenschlusses. Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld betonte die Bedeutung der Vitesco-Standorte, insbesondere in Regensburg, für das Elektromobilitätsgeschäft.

Ein weiterer Punkt, der zuvor Unklarheit aufwarf, war die Realisierung der jährlichen Synergien in Höhe von rund 600 Millionen Euro. In Verhandlungen mit Vitesco hat Schaeffler jedoch zugesichert, dass diese Synergien vorrangig durch Wachstum und langfristige Wertschöpfung erreicht werden sollen, ohne Standortschließungen oder den Abbau von Arbeitsplätzen. Dies bedeutet, dass die Beschäftigten von Vitesco keine wesentlichen Veränderungen befürchten müssen, da Vergütungen und Arbeitgeberleistungen erhalten bleiben.

Obwohl Andreas Wolf nach dem Zusammenschluss nicht mehr Teil des neuen Unternehmens sein wird, wird die Elektromobilitätssparte von Vitesco-Manager Thomas Stierle geleitet. Schaeffler und Vitesco haben sich auch auf Grundsätze zur Besetzung von Führungspositionen unterhalb des Vorstands geeinigt.

Die Übernahme zielt darauf ab, Schaeffler zu einem führenden Zulieferer von Teilen für Elektroautos zu machen, und die beiden Unternehmen zusammen zählen rund 120.000 Mitarbeiter. Während die Preisverhandlungen noch anhalten, scheint die Integration und Zusammenarbeit zwischen Schaeffler und Vitesco bereits vielversprechende Fortschritte zu machen.

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