Preisabschläge bei Immobilien mit schlechter Energiebilanz
Wachsende Nachfrage nach energieeffizienten Immobilien treibt Preise in die Höhe

Häuser mit unzureichender Energiebilanz verlieren laut einer aktuellen Studie an Wert und sind weniger gefragt. Der Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL) hat 5000 Angebotsdaten ausgewertet und festgestellt, dass Mehrfamilienhäuser mit den Energieklassen G und H im ersten Quartal durchschnittlich um bis zu 28 Prozent günstiger waren als besonders energieeffiziente Objekte. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Preisunterschied damit weiter vergrößert. Die Abwärtsentwicklung hat sich im letzten Quartal noch verstärkt, mit einem zusätzlichen Preisabschlag von rund 3,6 Prozentpunkten für Immobilien mit schlechter Energieeffizienz.
Insbesondere in Metropolen und verdichteten Umlandgebieten beträgt der Preisabschlag zwischen der besten (A) und schlechtesten (H) Energieklasse bis zu 35 Prozent. In kreisfreien Klein- und Mittelstädten sowie im ländlichen Raum sind die Unterschiede jedoch noch gravierender, mit Preisunterschieden von 45 bis 51 Prozent bei den Immobilien-Angeboten.
Bisher wurde die Lage als der entscheidende Faktor für den Immobilienpreis angesehen, aber mit steigenden Energiepreisen und der neuen Gesetzgebung gewinnt die Energiebilanz zunehmend an Bedeutung. Immobilien mit schlechter Energieeffizienz sind mit niedrigeren Mieteinnahmen und einer schlechteren Handelbarkeit zu rechnen. Die Debatte um den geplanten Heizungstausch verstärkt die Unsicherheit zusätzlich, was sich negativ auf die Nachfrage und somit auf den Immobilienpreis auswirkt.
Der Immobilienmarkt war bereits durch gestiegene Zinsen und steigende Baukosten belastet, was in vielen Regionen zu sinkenden Preisen geführt hat. Derzeit liegen die durchschnittlichen Hypothekenzinsen bei 3,9 Prozent für zehn Jahre Sollzinsbindung. Die Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt wird weiter verstärkt, da die Bundesregierung die neuen Regeln für den Einbau neuer Heizungen noch nicht verabschiedet hat. Ein Gesetzentwurf von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sieht vor, dass ab 2024 jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent durch erneuerbare Energien betrieben werden soll.
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Zur AktienanalyseLangfristig wird erwartet, dass der Immobilienmarkt weiter wächst, wenn auch regional unterschiedlich. Studien zeigen, dass die Kaufpreise in den sieben größten deutschen Städten sowie in deren Umland und anderen Großstädten bis 2035 real steigen werden. In einigen ländlichen Regionen der ostdeutschen Bundesländer außerhalb der Großstädte könnten die Preise für Eigentumswohnungen jedoch fallen und bis 2035 mindestens zwei Prozent unter dem aktuellen Niveau liegen.


