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Power100-Konferenz kämpft um DEI-Deutungshoheit in der Finanzbranche

Diverse Führungskräfte aus dem alternativen Kapitalmanagement treffen sich am Rande der Milken-Konferenz, um DEI-Narrative zurückzugewinnen.

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Power100-Konferenz kämpft um DEI-Deutungshoheit in der Finanzbranche

Das Power100-Treffen am Rande der Milken Institute Global Conference schlug in diesem Jahr einen deutlich kämpferischeren Ton an. Führungskräfte aus der Finanzbranche diskutierten, wie sie die Deutungshoheit über Diversität, Chancengleichheit und Inklusion (DEI) zurückgewinnen können – in einem politischen Umfeld, das diese Initiativen zunehmend unter Druck setzt.

Präsident Donald Trump wurde auf der Konferenz zwar nicht namentlich erwähnt, doch die Auswirkungen seiner Politik waren allgegenwärtig. In seiner ersten Amtswoche 2025 erließ Trump eine Reihe von Dekreten, die auf DEI-Initiativen in Bundesbehörden und Privatunternehmen abzielten. Diese politische Realität prägte die Gespräche beim Power100-Treffen maßgeblich.

Marginalisierte Gruppe mit enormem Aufholbedarf

Die Zahlen verdeutlichen das strukturelle Problem: Laut einem Bericht des Government Accountability Office aus dem Jahr 2025 verwalten Unternehmen im Besitz von Minderheiten und Frauen lediglich 1,4 Prozent der rund 82 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen in den USA. Das alternative Kapitalmanagement – der Schwerpunkt der Power100-Gemeinschaft – wird dabei überwiegend von weißen Männern dominiert.

Das Power100-Treffen, nun im dritten Jahr, wird von Blueprint Capital Advisors in Beverly Hills, Kalifornien, ausgerichtet. Es versammelt diverse Führungskräfte aus dem Bereich des alternativen Kapitalmanagements und hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2024 durch Walthour, Robert F. Smith von Vista Equity Partners, Ken Kencel von Churchill Asset Management und weitere führende Köpfe der Finanzwelt erheblich weiterentwickelt.

Von Beginn an war die Veranstaltung als Ergänzung zur Milken Institute Global Conference konzipiert – mit dem Ziel, Networking und Zugang zu Firmen und Führungspersönlichkeiten zu bieten, die sich die reguläre Registrierungsgebühr nicht leisten konnten. Diese beginnt in diesem Jahr bei 25.000 US-Dollar. Inzwischen hat sich das Power100-Event zu einem eigenständigen Ziel mit Networking-Veranstaltungen, Panels und einem Abendessen entwickelt.

Hochkarätige Gäste und wachsende Kapitalkraft

Zu den Höhepunkten des diesjährigen Treffens zählten Diskussionen mit David Rubenstein, Mitbegründer und Co-Vorsitzender der Carlyle Group, sowie der ehemaligen Vizepräsidentin Kamala Harris. Harris thematisierte beim Power100-Dinner explizit die Rückgewinnung der Deutungshoheit – ein zentrales Leitmotiv der gesamten Veranstaltung.

Walthour schätzt, dass das diesjährige Treffen, das am Montag endete, Vertreter von Firmen umfasste, die in der Lage sind, etwa 24 Billionen US-Dollar zu allokieren. Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber mehr als 15 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 – ein Zeichen für das wachsende Gewicht der Gemeinschaft.

Shundrawn Thomas, Gründer der Investmentfirma Copia Group, nahm in diesem Jahr zum ersten Mal teil. Sein Ziel: Netzwerke und Möglichkeiten aufzubauen, um Trends entgegenzuwirken, die er als besorgniserregend ansieht. Walthour selbst sieht das Ende von DEI als einen von zwei zentralen Makrotrends, die den Bereich des alternativen Kapitalmanagements derzeit prägen – neben dem Beginn dessen, was viele für eine KI-Revolution halten.

Nachwuchs und kleinere Firmen im Fokus

Roger Ferguson, ehemaliger Vizevorsitzender der Federal Reserve und Power100-Preisträger des Jahres 2026, betrachtet die Verbesserung der Kapitalflüsse als ein dringliches Thema für die Gesamtwirtschaft. Jasmine Richards, Leiterin für Investitionen bei diversen Managern bei Cambridge Associates und ebenfalls Preisträgerin des Jahres 2026, betonte, dass die Präsenz vor Ort den notwendigen Zugang biete.

In diesem Jahr lag ein stärkerer Schwerpunkt darauf, auch kleinere Firmen und jüngere Teilnehmer einzuladen und einzubeziehen. Austin Clements, Gründer der 2020 gegründeten Risikokapitalgesellschaft Slauson & Co., unterstrich, dass es für aufstrebende Fonds und Manager unerlässlich sei, Zugang zu den Verbindungen und Gesprächen bei Power100 zu erhalten. Die Botschaft der Veranstaltung ist klar: Trotz politischem Gegenwind wollen diverse Führungskräfte der Finanzbranche ihren Platz am Tisch nicht nur behaupten, sondern aktiv ausbauen.

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