Powell kritisiert Trump und sendet klare Botschaft zur Inflation
Der scheidende Fed-Chef Jerome Powell äußerte sich deutlich gegenüber Präsident Trump und der Wall Street – ein alles andere als normaler Führungswechsel.

Jerome Powell, der nunmehr ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, hat sich nach seinem Ausscheiden aus dem Amt mit deutlichen Worten zu Wort gemeldet. Sein letzter Amtstag als Fed-Chef war der 15. Mai – und der Übergang zur neuen Führung verlief alles andere als geräuschlos. Die Wall Street hat die Entwicklungen rund um den Führungswechsel an der Spitze der mächtigsten Finanzinstitution Amerikas aufmerksam verfolgt.
Der von Präsident Donald Trump handverlesene Nachfolger Kevin Warsh übernahm den Stab offiziell am 22. Mai. Damit wird Warsh zum 17. Leiter der Federal Reserve seit ihrer Gründung im Dezember 1913. Er bringt fünf Jahre Erfahrung als ehemaliges Mitglied des Gouverneursrats der Fed mit – konkret vom 24. Februar 2006 bis zum 31. März 2011.
Ein turbulenter Führungswechsel an der Fed-Spitze
Der Wechsel an der Spitze der Federal Reserve fällt in eine Zeit erhöhter Aufmerksamkeit der Finanzmärkte. Seit Jahresbeginn haben die wichtigsten US-Börsenindizes auf Rekordniveau geschlossen: Der Dow Jones Industrial Average, der S&P 500 sowie der Nasdaq Composite verzeichneten allesamt neue Höchststände. Vor diesem Hintergrund kommt dem geldpolitischen Kurs der Fed besondere Bedeutung zu.
Die Federal Reserve gilt als eine der einflussreichsten Zentralbanken der Welt. Ihre Entscheidungen zur Zinspolitik wirken sich nicht nur auf die US-Wirtschaft aus, sondern haben globale Auswirkungen – auch auf deutsche und europäische Anleger. Ein Wechsel an ihrer Spitze ist daher stets ein Ereignis, das die internationalen Finanzmärkte genau beobachten.
Powell und Trump: Ein angespanntes Verhältnis
Das Verhältnis zwischen Jerome Powell und Präsident Donald Trump war während Powells gesamter Amtszeit von Spannungen geprägt. Trump hatte Powell wiederholt öffentlich kritisiert und Druck auf die Notenbank ausgeübt, die Zinsen zu senken. Dass Powell nun seinerseits deutliche Worte in Richtung des Präsidenten findet, unterstreicht die Brisanz des Übergangs.
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Zur AktienanalysePowell hatte seine zweite Amtszeit als Fed-Vorsitzender inne, bevor Trump mit Kevin Warsh einen eigenen Kandidaten für die Nachfolge durchsetzte. Warsh gilt als enger Vertrauter des Präsidenten und bringt seine frühere Erfahrung im Gouverneursrat der Fed in die neue Rolle ein. Für die Wall Street stellt sich nun die entscheidende Frage, wie unabhängig die Fed unter der neuen Führung agieren wird.
Die Unabhängigkeit der Zentralbank von politischem Einfluss gilt als zentrales Prinzip moderner Geldpolitik. Investoren und Analysten weltweit beobachten daher genau, welchen geldpolitischen Kurs Warsh einschlagen wird – insbesondere mit Blick auf die Inflationsentwicklung und künftige Zinsentscheidungen.


