Porsche und VW starten große US-Rückrufe
Rückfahrkamera und Kindersitze lösen Maßnahmen bei Tausenden Fahrzeugen aus

Porsche und Volkswagen haben in den USA umfangreiche Rückrufaktionen gestartet, nachdem sicherheitsrelevante Mängel bei mehreren Fahrzeugmodellen festgestellt worden sind. Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA betrifft der Rückruf bei Porsche insgesamt 173.538 Fahrzeuge. Ursache ist ein mögliches Versagen der Rückfahrkamera, deren Bild beim Einlegen des Rückwärtsgangs unter bestimmten Umständen nicht angezeigt wird. Die betroffenen Fahrzeuge erfüllen damit nicht die Anforderungen des US-Sicherheitsstandards zur Sicht nach hinten.
Nach Mitteilung der Behörde sollen die Vertragshändler von Porsche die Software der Fahrerassistenzsysteme aktualisieren. Diese Maßnahme wird für die Fahrzeughalter kostenlos durchgeführt. Der Rückruf erstreckt sich über verschiedene Modellreihen und Baujahre. Genannt werden unter anderem bestimmte Versionen des Cayenne, des 911 sowie des Taycan. Die NHTSA betonte, dass eine funktionierende Rückfahrkamera für die Verkehrssicherheit von zentraler Bedeutung sei, insbesondere beim Rangieren und Einparken.
Auch die Volkswagen Group of America ist von einer Rückrufaktion betroffen. In diesem Fall ruft der Konzern 27.768 Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten zurück. Der Grund liegt laut NHTSA in Problemen bei der Befestigung von Kindersitzen. Die mangelhafte Sicherung könne dazu führen, dass die gesetzlichen Vorgaben für Kinderrückhaltesysteme nicht eingehalten werden. Weitere Details zu den betroffenen Modellen oder zu den geplanten Abhilfemaßnahmen wurden von der Behörde zunächst nicht veröffentlicht.
Der Rückruf von Porsche zählt zu den größten sicherheitsbedingten Maßnahmen des Herstellers in den USA in den vergangenen Jahren. Bereits im Jahr 2022 waren mehr als 222.000 Fahrzeuge in die Werkstätten gerufen worden, weil Abdeckkappen für die Scheinwerfereinstellschrauben fehlten. Auch damals hatte die NHTSA auf einen Verstoß gegen geltende Sicherheitsvorschriften hingewiesen.
Rückrufe wegen fehlerhafter Rückfahrkameras haben in den USA zuletzt mehrere Automobilhersteller betroffen. Im laufenden Jahr veranlasste die Behörde ähnliche Maßnahmen unter anderem bei Fahrzeugen von Hyundai, Ford, Toyota und Chrysler. Hintergrund ist eine verschärfte Kontrolle der Einhaltung von Sicherheitsstandards, insbesondere bei Assistenzsystemen, die seit einigen Jahren zur Pflichtausstattung zählen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie NHTSA kündigte an, die betroffenen Hersteller weiterhin zu überwachen und bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen. Fahrzeughalter in den USA werden in der Regel direkt von den Unternehmen informiert und zur Terminvereinbarung bei autorisierten Werkstätten aufgefordert.


