Porsche plant Vorstandsumbau inmitten wirtschaftlicher Herausforderungen
Schwache China-Verkäufe und interne Spannungen setzen Führungsteam unter Druck

Die Porsche AG steht vor bedeutenden personellen Veränderungen im Vorstand. Das Unternehmen teilte in einer offiziellen Pflichtmitteilung für die Börse mit, dass Gespräche über eine vorzeitige Vertragsauflösung mit Finanzvorstand Lutz Meschke und Vertriebsvorstand Detlev von Platen geführt werden. Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche wurde beauftragt, diese Gespräche zu führen. Konkrete Gründe für diese Entscheidung wurden nicht genannt, und eine Unternehmenssprecherin wollte dazu keine weiteren Details mitteilen.
Meschke ist seit 2009 Mitglied des Vorstands und wurde 2015 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. In seiner Funktion ist er für Finanzen und IT zuständig. Von Platen, der seit 2015 als Vertriebsvorstand tätig ist, verantwortet den Bereich Vertrieb und Marketing. Die Entscheidung zur Trennung kommt in einer Phase, in der Porsche mit wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen hat. Der Aktienkurs des Unternehmens hat in der Vergangenheit stark nachgegeben, und insbesondere das Geschäft in China bereitet dem Sportwagenhersteller Schwierigkeiten. Im vergangenen Jahr sanken die weltweiten Auslieferungen um drei Prozent auf rund 310.700 Fahrzeuge, in China fiel der Absatz sogar um 28 Prozent.
Berichten zufolge könnten interne Spannungen eine Rolle bei der Entscheidung über die personellen Veränderungen gespielt haben. Laut einem Bericht der "Bild" soll Meschke Ambitionen auf den Vorstandsvorsitz von Porsche gehabt haben. Insbesondere das Verhältnis zu Vorstandschef Oliver Blume, der gleichzeitig auch Volkswagen-Chef ist, soll belastet gewesen sein. Insiderkreise berichten zudem, dass Meschke auch die Nachfolge von Hans-Dieter Pötsch als Vorstandsvorsitzender der Porsche Automobil Holding SE angestrebt habe. Diese Bestrebungen hätten jedoch offenbar nicht die Unterstützung der Familien Porsche und Pîch gefunden.
Von Platen stand unterdessen aufgrund der schwachen Absatzzahlen in China unter Druck. Die wirtschaftlichen Herausforderungen des Unternehmens spiegeln sich auch in den Finanzzahlen wider. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres sank der Umsatz um 5,2 Prozent auf 28,56 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis brach um 26,7 Prozent auf 4,04 Milliarden Euro ein. Die operative Umsatzrendite lag mit 14,1 Prozent deutlich unter den 18,3 Prozent des Vorjahreszeitraums.
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Zur AktienanalyseZusätzlich belasteten externe Faktoren das Unternehmen. Im Sommer des vergangenen Jahres musste Porsche aufgrund von Überschwemmungsschäden bei einem Aluminiumzulieferer seine Prognose für 2024 senken. Statt der ursprünglich erwarteten operativen Marge von 15 bis 17 Prozent wurde die Prognose auf 14 bis 15 Prozent korrigiert. Zudem verursachten mehrere Modellwechsel hohe Anfangskosten, die die wirtschaftliche Entwicklung weiter beeinträchtigten.


