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Porsche AG streicht über 500 Stellen und schließt drei Tochtergesellschaften

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller verschärft seinen Sparkurs und stellt drei Geschäftsbereiche ein – darunter Cellforce und eBike Performance.

Porsche AG streicht über 500 Stellen und schließt drei Tochtergesellschaften

Porsche AG zieht die Konsequenzen aus einem schwierigen Marktumfeld: Der deutsche Sportwagenhersteller baut mehr als 500 Stellen ab und stellt gleich drei Tochtergesellschaften ein. Betroffen sind die Cellforce Group GmbH, die Porsche eBike Performance GmbH sowie die Cetitec GmbH. Der Schritt markiert eine deutliche strategische Kehrtwende hin zum klassischen Kerngeschäft.

CEO Michael Leiters begründete die Entscheidung mit klaren Worten: „Porsche muss sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Dies ist die unverzichtbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung." Gleichzeitig räumte er ein: „Dies zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten – auch bei unseren Tochtergesellschaften."

Die drei nun eingestellten Einheiten stehen für Porsche-Aktivitäten abseits des klassischen Sportwagenbaus. Die Cellforce Group war auf Hochleistungs-Batteriezellen spezialisiert, Porsche eBike Performance entwickelte elektrische Fahrradantriebe, und Cetitec befasste sich mit Brennstoffzellentechnologie. Mit der Schließung dieser Bereiche zieht sich Porsche aus Zukunftsfeldern zurück, in die der Konzern in den vergangenen Jahren erheblich investiert hatte.

Gewinnrückgang und wachsender Druck

Hintergrund des Stellenabbaus ist eine anhaltende Ergebnisschwäche. Porsche verzeichnete bereits im ersten Quartal 2026 einen weiteren Gewinnrückgang – eine Entwicklung, die den Druck auf das Management erhöht, entschlossen zu handeln. Das Unternehmen sieht sich dabei gleich mehreren Belastungsfaktoren gleichzeitig ausgesetzt.

Zu den zentralen Herausforderungen zählen laut Unternehmensangaben Zölle, geopolitische Turbulenzen sowie Lücken in der Modellpalette. Gerade das letzte Thema dürfte für einen Premiumhersteller wie Porsche besonders heikel sein, da eine attraktive und vollständige Modellpalette entscheidend für Absatz und Markenimage ist.

Der Stellenabbau bei Porsche reiht sich in eine breitere Entwicklung in der deutschen Automobilindustrie ein. Zahlreiche Hersteller und Zulieferer haben in den vergangenen Monaten Sparprogramme angekündigt oder bereits umgesetzt, um auf veränderte Marktbedingungen, den Wandel zur Elektromobilität und globale Handelsrisiken zu reagieren.

Fokus auf das Wesentliche

Mit der Rückbesinnung auf das Kerngeschäft – den Bau von Hochleistungssportwagen und Premium-SUVs – setzt Porsche auf eine Strategie, die in der Vergangenheit die Stärke der Marke begründet hat. Ob dieser Schritt ausreicht, um die Ergebniskurve wieder nach oben zu drehen, bleibt abzuwarten.

Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten die Einschnitte eine erhebliche Unsicherheit. Über mehr als 500 Arbeitsplätze hinaus dürften auch indirekte Beschäftigungseffekte bei Partnern und Zulieferern der drei geschlossenen Einheiten spürbar sein. Details zu Sozialplänen oder Abfindungsregelungen nannte Porsche bislang nicht.

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