Porsche-Absatz bricht ein – E-Cayenne soll Wende bringen
Im ersten Quartal 2026 verkaufte Porsche weltweit 15 Prozent weniger Fahrzeuge – China und Nordamerika belasten besonders.

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche kämpft weiter mit schwachem Absatz. Im ersten Quartal 2026 lieferte die VW-Tochter weltweit 60.991 Fahrzeuge aus – ein Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen die anhaltend schwierige Lage in China, Gegenwind in Nordamerika sowie das Auslaufen der Verbrenner-Versionen von Cayman und Boxster.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem auf dem US-Markt: Steuervorteile für Elektro- und Hybridfahrzeuge sind weggefallen, was die Nachfrage zusätzlich gedämpft hat. Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker zeigte sich dennoch gefasst: Die Zahlen lägen „im Bereich der Erwartungen". Der Fokus richte sich nun auf die Markteinführung des vollelektrischen Cayenne, der ab Sommer schrittweise ausgeliefert werden soll.
China und Europa unter Druck
Den stärksten Einbruch verzeichnete Porsche in China. Dort gingen die Verkäufe um 21 Prozent auf 7.519 Fahrzeuge zurück. Die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen hängt eng mit der anhaltenden Immobilienkrise zusammen – und Porsche verzichtet bewusst auf aggressive Rabattstrategien, was den Absatz zusätzlich bremst.
In Nordamerika fiel das Minus mit elf Prozent moderater aus. Von Januar bis März wurden dort 18.344 Fahrzeuge verkauft. In Europa ohne Deutschland brachen die Verkäufe hingegen um 18 Prozent auf 14.710 Einheiten ein. Einzig der Heimatmarkt Deutschland lieferte positive Signale: Hier legte Porsche um vier Prozent auf 7.778 Fahrzeuge zu.
Bei den Modellreihen bleibt der Cayenne das meistverkaufte Modell – trotz eines Rückgangs von vier Prozent auf 19.183 Einheiten. Der Sportwagen 911 entwickelte sich dagegen erfreulich und legte um 22 Prozent auf 13.889 Fahrzeuge zu.
Macan mit größtem Rückgang
Besonders schwach schnitt der Macan ab: Insgesamt wurden 18.209 Einheiten verkauft, davon 10.130 Verbrenner und 8.079 vollelektrische Varianten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang von 23 Prozent. Als Ursachen nennt Porsche den schleppenden Anlauf der Elektromobilität, den Marktstart des elektrischen Macan im Vorjahreszeitraum sowie den Wegfall von Steuervorteilen in den USA. Der Verbrenner-Macan läuft noch bis Sommer vom Band und wird außerhalb der EU weiterhin parallel angeboten.
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Zur AktienanalyseVom Gewinnbringer zur Belastung für VW
Die Entwicklung trifft den Volkswagen-Konzern empfindlich. Porsche galt lange als verlässliche Ertragsperle – doch diese Rolle hat die Marke zuletzt eingebüßt. Das Ergebnis nach Steuern brach im vergangenen Jahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Zum Vergleich: 2024 hatte Porsche noch fast 3,6 Milliarden Euro verdient. Der Umsatz sank um knapp zehn Prozent auf rund 36,3 Milliarden Euro.
Hintergrund ist eine strategische Kehrtwende, die Ex-Porsche-Chef Oliver Blume vor gut einem Jahr einleitete. Das Management hatte erkannt, dass die ambitionierten Elektro-Ziele nicht erreichbar sind. Blume, der sich seit Anfang des Jahres vollständig auf seine Rolle bei Volkswagen konzentriert, hatte die Notbremse gezogen – mit der Begründung, dass sich die E-Mobilität in vielen Märkten „deutlich langsamer entwickelt habe, als wir und viele Experten es noch vor Jahren erwartet hatten". Im Jahr 2025 waren rund 22 Prozent der verkauften Porsche-Modelle reine Elektrofahrzeuge.


