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Pop Mart: Leerverkäufer erhöhen Einsätze trotz steigender Verluste

Das Short-Interesse am chinesischen Spielzeughersteller wächst – obwohl die jüngste Kurserholung Leerverkäufer unter Druck setzt.

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Pop Mart: Leerverkäufer erhöhen Einsätze trotz steigender Verluste

Leerverkäufer setzen weiterhin massiv auf einen Kursrückgang bei Pop Mart International – und das, obwohl diese Wette zuletzt zunehmend riskant geworden ist. Das Short-Interesse an dem chinesischen Spielzeughersteller stieg laut Daten von S&P Global Market Intelligence bis Dienstag auf 12,67% der ausstehenden Aktien, verglichen mit 11,3% im April. Damit wächst der Druck auf die Bären, denn die Aktie hat zuletzt wieder Boden gutgemacht.

Die Aktien von Pop Mart notierten zuletzt bei 153 Hongkong-Dollar (rund 19,50 US-Dollar) und haben sich damit von ihrem Höchststand im August des vergangenen Jahres mehr als halbiert. Dennoch legte das Papier seit seinem bisherigen Jahrestief im April um 8% zu. Damit ist Pop Mart laut dem Marktforschungsunternehmen der einzige unter den zehn am stärksten leerverkauften Werten in Hongkong, bei dem die Leerverkäufer derzeit Verluste einfahren.

Bären gegen Bullen: Ein wachsender Konflikt

Die anhaltend pessimistischen Wetten spiegeln eine tiefe Meinungsverschiedenheit zwischen skeptischen Händlern und optimistischen Investoren wider. Die Bären verweisen auf Signale einer abkühlenden Nachfrage in wichtigen Überseemärkten und bezweifeln, dass Pop Mart sein rasantes Wachstum aufrechterhalten kann. Im Mittelpunkt der Sorgen steht dabei ein nachlassendes Interesse an der bekannten Labubu-Spielzeuglinie, die dem Unternehmen zuletzt starke Wachstumsimpulse geliefert hatte.

Die Bullen hingegen setzen auf neue Produkteinführungen und sehen die aktuelle Bewertung als attraktiv an. Lydia Ling, Director of Equity Research bei der Citigroup, behielt im Juni ihre Kaufempfehlung bei, senkte jedoch ihr Kursziel auf 263 Hongkong-Dollar. Sie begründete dies mit dem langfristigen Wachstumspotenzial des Unternehmens, das in der Fähigkeit zur Entwicklung von geistigem Eigentum sowie der internationalen Expansion verankert sei – wies aber gleichzeitig auf kurzfristige Volatilität im Auslandsgeschäft als Gegenwind hin.

Auf der anderen Seite hält Melinda Hu, Analystin für Konsumgüteraktien bei Bernstein, an ihrer Einstufung „Underperform" mit einem Kursziel von 181 Hongkong-Dollar fest. In ihrer nach den Ergebnissen des ersten Quartals veröffentlichten Analyse betonte Hu, dass das stillschweigende Eingeständnis des Managements, der Aufbau von Teams, Fangemeinden und Einzelhandelsinfrastruktur in Überseemärkten sei im Vergleich zu China „weniger ausgeprägt", die zugrunde liegende Schwäche des Unternehmens bestätige.

Hohe Auslastung macht neue Short-Positionen teurer

Für Leerverkäufer wird die Lage zusätzlich durch technische Faktoren erschwert. Die Aktien von Pop Mart sind derzeit zu 92,4% ausgelastet – das bedeutet, dass nahezu alle für die Leihe verfügbaren Aktien bereits verliehen sind. Laut S&P Global wird es dadurch für neue pessimistische Wetten deutlich schwieriger und teurer, entsprechende Positionen einzugehen.

Beim Leerverkauf (Short Selling) leihen sich Investoren Aktien und verkaufen diese in der Hoffnung, sie später zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen und so von fallenden Kursen zu profitieren. Eine hohe Auslastung der verfügbaren Leihaktien signalisiert, dass der Markt bereits stark positioniert ist – und erhöht das Risiko eines sogenannten „Short Squeeze", bei dem steigende Kurse Leerverkäufer zur Eindeckung zwingen und den Kursanstieg weiter verstärken.

Die Situation bei Pop Mart verdeutlicht die Unsicherheit, die derzeit rund um chinesische Konsumgüteraktien herrscht. Während das Unternehmen international expandiert und neue Produkte auf den Markt bringt, bleibt die Frage offen, ob das Wachstumstempo der vergangenen Jahre nachhaltig ist – eine Frage, auf die Bullen und Bären derzeit sehr unterschiedliche Antworten geben.

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