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Ponies: Emilia Clarke glänzt in geistreichem Kalter-Krieg-Krimi

Die Spionageserie mit Emilia Clarke und Haley Lu Richardson startet endlich in Großbritannien – nach einem leisen US-Debüt Anfang des Jahres.

Ponies: Emilia Clarke glänzt in geistreichem Kalter-Krieg-Krimi

Die Spionageserie „Ponies" kommt nach ihrem US-Debüt Anfang 2025 nun endlich nach Großbritannien. Die Serie spielt im Jahr 1976/1977 und folgt zwei amerikanischen Frauen, die in Moskau leben, während ihre Ehemänner als CIA-Offiziere in der Sowjetunion im Einsatz sind. Passend für eine Serie über Spione blieb sie bei ihrer US-Veröffentlichung eher unter dem Radar – doch das könnte sich mit dem britischen Start ändern.

Emilia Clarke, bekannt aus „Game of Thrones", und Haley Lu Richardson, zuletzt in „The White Lotus" zu sehen, spielen Bea und Twila. Ihre Ehemänner werden vom KGB auf Schritt und Tritt überwacht, während die Frauen selbst im Geheimdienstjargon lediglich als PONIs gelten – „Persons Of No Interest", also Personen ohne Interesse. Schließlich befinden wir uns in den 1970er-Jahren: Sie sind gute Ehefrauen und kompetente Sekretärinnen, die keinen Grund haben, aus der Masse hervorzustechen.

Vom Schattendasein zur Agentin

Das ändert sich schlagartig, als ihre Ehemänner getötet werden. Die beiden Frauen finden sich in einer Buddy-Komödie über ein ungleiches Paar mit theatralischem Flair wieder. Clarke und Richardson entwickeln dabei eine großartige Chemie, und ihre aufblühende Freundschaft ist ein zentrales Highlight der Serie.

Die Charaktere sind bewusst kontrastreich angelegt: Bea ist die Tochter sowjetischer Einwanderer, spricht fließend Russisch und ist ernst sowie besonnen. Twila hingegen ist laut, extrovertiert und eine harte Arbeiterin, deren Fähigkeiten aufgrund ihrer forschen Art oft unterschätzt werden. Genau diese Unauffälligkeit macht sie zur wertvollen Ressource für die CIA. Führungsoffizier Dane Walter – gespielt von einem sehr überzeugenden Adrian Lester – erkennt bald, dass er die beiden direkt unter den Augen des KGB einsetzen kann.

Bald haben die Frauen den inneren Kreis des KGB infiltriert, und die Handlung entwickelt sich rasant in eine Welt aus Verschwörungen, Kostümen, Sabotage, Doppelspiel und Vertuschungen. Das Spionagehandwerk der Ära wird liebevoll rekonstruiert: versteckte Botschaften in Romanen, geheime Aufnahmen in unscheinbaren Haushaltsgegenständen – die Details stimmen und schaffen eine authentische Atmosphäre.

Leichter Ton, starke Charaktere

„Ponies" besitzt eine dezente Erhabenheit und stetige Souveränität, unterstützt durch ein starkes Ensemble. Neben Lester tritt auch Harriet Walter später in der Serie als Beas Großmutter auf. Obwohl es reichlich Action und einige hanebüchene Verfolgungsjagden gibt, lebt die Serie vor allem von ihren schlagfertigen Dialogen und der Tiefe ihrer Charaktere, deren bewegende Hintergrundgeschichten die Albernheiten gekonnt ausbalancieren.

Vergleiche mit anderen Serien drängen sich auf: „Ponies" weist Nuancen der Spionagesaga „The Americans" auf, schlägt jedoch einen weitaus leichteren Ton an. Die Skurrilität mag Fans von „Slow Horses" ansprechen, wenngleich der entschlossene Zynismus jener Serie hier fast gänzlich fehlt. Zudem erinnert die Serie an die unterschätzte Komödie „Minx" über das weltweit erste Erotikmagazin für Frauen, die ab 2022 zwei Staffeln lang lief – ebenfalls eine Serie über Frauen, die eigentlich unterwürfig sein sollten und ihren Platz in der Welt fanden. „Minx" wurde zu Unrecht erst von HBO Max und dann von Starz abgesetzt.

Bleibt zu hoffen, dass dieser klugen, witzigen Serie nicht das gleiche Schicksal widerfährt. „Ponies" ist herrlich albern, warmherzig und intelligent zugleich – eine erfrischende Ergänzung im Spionage-Genre.

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