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Polymarket: 70 Prozent aller Märkte mit unter 10.000 Dollar Volumen

Eine CNBC-Analyse zeigt: Die meisten Kontrakte auf Polymarket sind illiquide – Nutzer sind Volatilität und Bots schutzlos ausgeliefert.

Polymarket: 70 Prozent aller Märkte mit unter 10.000 Dollar Volumen

Die Prognosemarkt-Plattform Polymarket hat in den vergangenen Jahren enormes Wachstum erlebt. Besonders während der US-Wahl 2024 und im vergangenen Herbst verzeichnete die Plattform deutliche Zuwächse beim Handelsvolumen. Doch hinter den beeindruckenden Gesamtzahlen verbirgt sich ein strukturelles Problem, das Nutzer erheblichen Risiken aussetzt.

Eine Analyse des US-Finanzsenders CNBC zeigt: Rund 70 Prozent aller abgeschlossenen Einzelmärkte auf Polymarket wiesen zwischen 2021 und Ende Mai dieses Jahres ein gemeldetes Volumen von unter 10.000 US-Dollar auf. Die Daten stammen aus der Gamma-API von Polymarket, die das Nominalvolumen auf beiden Seiten eines Handels erfasst. Weniger als 10 Prozent aller abgeschlossenen Märkte überstiegen demnach nennenswerte Volumenschwellen.

Geringe Liquidität als strukturelles Risiko

Für Nutzer hat dieses niedrige Handelsvolumen weitreichende Konsequenzen. Illiquide Märkte sind anfällig für starke Preisschwankungen, da bereits kleine Transaktionen die Kurse erheblich bewegen können. Wer in solchen Märkten handelt, riskiert, Positionen zu ungünstigen Preisen einzugehen oder zu schließen – ein Phänomen, das Fachleute als „Slippage" bezeichnen.

Hinzu kommt die Gefahr durch automatisierte Handelsprogramme, sogenannte Bots. In Märkten mit geringem Volumen können solche Algorithmen die Preisbildung dominieren und menschliche Nutzer systematisch benachteiligen. Ohne ausreichende Gegenparteien fehlt der natürliche Puffer, der in liquiden Märkten für faire Preise sorgt.

Polymarket gilt als eine der bekanntesten Plattformen im Bereich der Prognosemärkte, auf denen Nutzer mit echtem Geld auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse wetten können – von Wahlergebnissen über Sportereignisse bis hin zu wirtschaftlichen Entwicklungen. Die Plattform erlangte insbesondere durch ihre Prognosen zur US-Präsidentschaftswahl 2024 internationale Aufmerksamkeit und wurde von Medien weltweit als Stimmungsbarometer zitiert.

Gesamtwachstum täuscht über Marktstruktur hinweg

Das explosive Wachstum des Gesamtvolumens auf Polymarket darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Volumen auf eine vergleichsweise kleine Zahl hochliquider Märkte konzentriert ist. Die große Mehrheit der angebotenen Kontrakte fristet ein Nischendasein mit minimaler Beteiligung. Für deutsche Privatanleger und Interessierte, die Prognosemärkte als Informationsquelle oder Handelsinstrument nutzen möchten, ist diese Erkenntnis besonders relevant.

Die CNBC-Analyse unterstreicht, dass aggregierte Plattformzahlen ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Markttiefe zeichnen können. Wer auf Polymarket aktiv handeln möchte, sollte das Volumen des jeweiligen Einzelmarkts sorgfältig prüfen, bevor er eine Position eingeht. Märkte mit niedrigem Volumen bieten zwar potenziell interessante Wettmöglichkeiten, bergen aber erhebliche Liquiditätsrisiken, die insbesondere unerfahrene Nutzer unterschätzen könnten.

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