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Polnische Unternehmen: NBP meldet verbesserte Finanzlage im zweiten Quartal

Die Nationalbank Polens meldet bessere finanzielle Rahmenbedingungen für Unternehmen, doch die Aussichten für die kommenden zwölf Monate trüben sich ein.

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Polnische Unternehmen: NBP meldet verbesserte Finanzlage im zweiten Quartal

Die finanziellen Rahmenbedingungen für polnische Unternehmen haben sich im zweiten Quartal 2026 verbessert. Wie die Nationalbank Polens (NBP) am Dienstag mitteilte, setzten sich die günstigen Trends auch ins dritte Quartal fort. Die Zentralbank stützt ihre Einschätzung auf die Ergebnisse ihrer Quick-Monitoring-Umfrage, die regelmäßig die Lage und Stimmung der Unternehmen im Land erfasst.

Konkret stiegen die Unternehmensumsätze sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland im zweiten Quartal. Auch der Anteil der Unternehmen, die gewinnbringend tätig waren, nahm in diesem Zeitraum zu. Damit hellte sich die Ertragslage der polnischen Firmen spürbar auf.

Lohnkostendruck lässt nach

Ein wichtiger Entlastungsfaktor war der nachlassende Lohnkostendruck. Weniger Unternehmen planten Gehaltserhöhungen, und die durchschnittliche Höhe der geplanten Lohnerhöhungen blieb niedrig. Das dämpft den Kostendruck auf die Margen der Unternehmen und stützt die Profitabilität.

Besonders auffällig entwickelten sich die Investitionen. Das Wachstum der Unternehmensinvestitionen erreichte das schnellste Tempo seit 2019. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch öffentliche Unternehmen. Unterstützt wurde die Beschleunigung durch Zuflüsse aus den Fonds der Europäischen Union. Staatliche Unternehmen verzeichneten den höchsten Investitionsanstieg ihrer Geschichte.

Gemischte Aussichten für die kommenden Monate

Die Quick-Monitoring-Umfrage der NBP ergab, dass die Unternehmen ihre Rentabilitätseinschätzungen für das dritte Quartal als verbessert bewerteten. Auch die Kapazitätsauslastung stieg in diesem Zeitraum leicht an. Die Investitionsstimmung blieb im dritten Quartal unter den öffentlichen Unternehmen hoch.

Im Inland tätige private Firmen hielten ihre Investitionspläne auf moderatem Niveau. Ausländisch kontrollierte Unternehmen zeigten dagegen eine rückläufige Investitionsstimmung. Damit fällt das Bild je nach Eigentümerstruktur unterschiedlich aus.

Die Aussichten für die kommenden zwölf Monate haben sich jedoch verschlechtert. Die Unternehmen meldeten für das dritte Quartal schwächere Erwartungen hinsichtlich Nachfrage, Rentabilität und Liquidität. Der aktuelle Aufschwung und der Blick nach vorn fallen damit auseinander.

Preisdruck lässt nach

Auch bei den Preisen zeigte sich eine Entspannung. Der Anteil der Unternehmen, die beabsichtigten, die Preise zu erhöhen, ging im dritten Quartal zurück. Ebenso sank die durchschnittliche Größenordnung der geplanten Preiserhöhungen, wie die Zentralbank mitteilte. Für die Inflationsentwicklung in Polen ist das ein relevantes Signal.

Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Engagement in Polen sind die NBP-Daten ein wichtiger Indikator. Polen ist eine der größten Volkswirtschaften Mittelosteuropas und ein bedeutender Handelspartner Deutschlands. Die verbesserte Ertragslage und die rekordhohen Investitionen öffentlicher Unternehmen deuten auf eine robuste Binnennachfrage hin. Zugleich mahnen die eingetrübten Erwartungen für die kommenden zwölf Monate zur Vorsicht. Die Zentralbank liefert mit ihrem Bericht damit ein differenziertes Bild: kurzfristig solide, mittelfristig mit Unsicherheiten behaftet.

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