Polens Zentralbank hält Leitzins zum vierten Mal unverändert
Die Nationalbank Polens beließ den Leitzins bei 3,75 % – Inflationsdruck nach jüngstem Anstieg lässt nach.

Die polnische Zentralbank hat ihren Leitzins den vierten Monat in Folge unverändert gelassen. Der geldpolitische Rat entschied am Mittwoch, den Leitzins bei 3,75 % zu belassen. Die Entscheidung entsprach damit exakt den Erwartungen aller 29 von Bloomberg befragten Ökonomen.
Hintergrund der Entscheidung ist eine nachlassende Inflation in Polen. Zuvor hatte ein durch den von den USA geführten Krieg gegen den Iran ausgelöster Preisanstieg die Inflationsrisiken erhöht. Mit dem Abflauen dieses Drucks sieht der geldpolitische Rat offenbar keinen unmittelbaren Handlungsbedarf für eine Zinsanpassung.
Erklärung und neue Prognosen erwartet
Das geldpolitische Gremium der Nationalbank Polens wollte seine offizielle Erklärung voraussichtlich um 16:00 Uhr Warschauer Zeit veröffentlichen. Darin sollen auch die neuesten Inflations- und Wirtschaftsprognosen der Zentralbank enthalten sein. Diese Projektionen dürften Aufschluss darüber geben, wie die Notenbank die weitere wirtschaftliche Entwicklung Polens einschätzt.
Für Anleger und Beobachter der mittel- und osteuropäischen Märkte ist die Zinspolitik der Nationalbank Polens (Narodowy Bank Polski, NBP) von besonderer Bedeutung. Polen ist die größte Volkswirtschaft der Region und ein wichtiger Handelspartner Deutschlands. Entscheidungen der NBP wirken sich daher auch auf die wirtschaftlichen Verflechtungen innerhalb der Europäischen Union aus.
Vier Monate Stabilität in Folge
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Zur AktienanalyseDie Beibehaltung des Leitzinses auf dem aktuellen Niveau von 3,75 % über vier aufeinanderfolgende Monate signalisiert eine abwartende Haltung der polnischen Währungshüter. Notenbanken weltweit stehen derzeit vor der Herausforderung, zwischen der Bekämpfung von Inflation und der Unterstützung des Wirtschaftswachstums abzuwägen. Die polnische Zentralbank scheint in dieser Phase auf Kontinuität zu setzen.
Der Hauptsitz der Nationalbank befindet sich in Warschau. Von dort aus steuert das geldpolitische Gremium die Geldpolitik für eine Volkswirtschaft, die zu den dynamischsten in der Europäischen Union zählt. Die Entscheidung vom Mittwoch unterstreicht, dass die Notenbank die Lage weiterhin genau beobachtet, bevor sie weitere Schritte unternimmt.


