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Polens senkt Leitzins

Notenbank senkt den Leitzins aufgrund sinkender Inflation und bevorstehender Parlamentswahl

Polens senkt Leitzins

Die Polnische Zentralbank hat ihren Leitzins erneut gesenkt, und zwar um 0,25 Prozentpunkte auf 5,75 Prozent. Dies markiert die zweite Zinssenkung in kurzer Zeit. Bereits Anfang September hatte die Notenbank trotz hoher Inflationsraten den Leitzins um überraschend deutliche 0,75 Prozentpunkte auf 6,00 Prozent reduziert. Diese Entscheidung wurde damals mit einer schwächelnden Wirtschaft in Polen und im Ausland sowie der Erwartung begründet, dass die Teuerung zurückgehen würde. Die Zinssenkung hatte jedoch zu einem Absinken des Zloty gegenüber dem Euro auf den niedrigsten Stand seit Mai geführt.

Die erneute Zinssenkung lässt sich mit der angeschlagenen Wirtschaft und der in den einstelligen Bereich gefallenen Inflationsrate erklären. Die Inflationsrate betrug im September 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, was zwar hoch ist, aber dennoch der niedrigste Wert seit langer Zeit ist.

Polen steht unmittelbar vor einer Parlamentswahl, die am 15. Oktober stattfinden wird. Die hohe Inflationsrate stellt eine Herausforderung für die nationalkonservative PiS-Regierung dar. Die Zinssenkung im September wurde von einigen Analysten in Warschau als politisches Signal gesehen, das von der Regierung gewünscht war.

Der Rückgang der Inflationsrate im September wurde hauptsächlich durch gefallene Treibstoffkosten für den Individualverkehr verursacht. Die Opposition in Polen hat dem staatlich kontrollierten Mineralölkonzern Orlen vorgeworfen, der PiS-Partei Wahlhilfe zu leisten, indem er Benzin und Diesel in den Wochen vor der Wahl zu Dumpingpreisen anbietet. Sowohl der Vorstandsvorsitzende von Orlen, Daniel Obajtek, als auch Notenbankchef Adam Glapinski gehören dem politischen Lager der PiS an.

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