Platinpreis steigt auf Mehrjahreshoch
Palladium profitiert weniger – Nachfrage leidet unter wachsender Elektromobilität

Platin hat in den vergangenen Tagen den höchsten Stand seit Februar 2021 erreicht und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Anstieg von 41 Prozent. Der Preis lag zuletzt bei 1.272,45 US-Dollar je Feinunze. Analysten führen die Entwicklung auf Angebotsengpässe, ein gestiegenes Interesse seit der London Platinum Week im Mai sowie auf eine stärkere Nachfrage nach Platinschmuck zurück. Letztere wird insbesondere durch die hohen Goldpreise begünstigt, die Verbraucher dazu veranlassen, auf preisgünstigere Alternativen auszuweichen.
Im Gegensatz dazu hinkt Palladium hinterher, obwohl auch dieser Edelmetallpreis mit 1.078,62 US-Dollar je Unze ein Niveau erreichte, das zuletzt im November 2024 beobachtet wurde. Der Zuwachs von 18 Prozent seit Jahresbeginn fällt im Vergleich zu Platin deutlich geringer aus. Analysten sehen den Hauptgrund dafür in der einseitigen Verwendung von Palladium. Rund 90 Prozent der Nachfrage entfallen auf Katalysatoren für Benzinfahrzeuge, ein Marktsegment, das im Zuge der Elektrifizierung des Verkehrs zunehmend unter Druck gerät.
Die Elektromobilität, insbesondere in China, schreitet rasch voran. Im April stiegen die Verkaufszahlen von batteriebetriebenen und Plug-in-Hybridfahrzeugen weltweit auf 1,5 Millionen Einheiten. Allein in China lag das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr bei 32 Prozent auf 900.000 Fahrzeuge. Diese Entwicklung trifft Palladium besonders hart, da Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zunehmend durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden.
Platin ist hingegen breiter aufgestellt. Es findet nicht nur Anwendung in Diesel-Katalysatoren, sondern auch in der Schmuckindustrie, in verschiedenen industriellen Prozessen sowie zunehmend in der Wasserstofftechnologie. Experten betonen, dass der schrittweise Umstieg auf Wasserstoffanwendungen langfristig für eine stabile Platinnachfrage sorgen könnte. Auch im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge, deren Elektrifizierung langsamer voranschreitet, dürfte Platin weiterhin benötigt werden.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAnalysten gehen davon aus, dass Platin in den kommenden sechs bis zwölf Monaten moderat unterstützt bleibt. Ohne eine spürbare Erholung der Automobilnachfrage oder einen deutlichen Fortschritt bei wasserstoffbasierten Technologien dürfte das Aufwärtspotenzial jedoch begrenzt sein. Dennoch sehen Marktbeobachter kurzfristig weiteres Potenzial, da auch Gold und Silber im laufenden Jahr stark zugelegt haben – Gold um 27 Prozent und Silber um 26 Prozent. Dies könnte die Attraktivität von Platin weiter erhöhen.


