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Platin-Investmentnachfrage weitet sich auf PGM-Nebenmetalle aus

SFA (Oxford)-CEO Henk de Hoop sieht wachsendes Investoreninteresse an Ruthenium und Iridium – China als zentraler Treiber.

Platin-Investmentnachfrage weitet sich auf PGM-Nebenmetalle aus

Die anhaltend starke Investmentnachfrage nach Platin greift zunehmend auf die Nebenmetalle der Platingruppe (PGM) über. Henk de Hoop, CEO des Analysehauses SFA (Oxford), erklärte gegenüber Mining Weekly, dass bis zu die Hälfte einiger Ruthenium-Importe nach China zu Investmentzwecken erfolge – und nicht aufgrund industrieller Nachfrage. Auch Iridium werde gehortet, teils aus strategischen Gründen, teils weil der Privatsektor darin eine Investitionsmöglichkeit sehe.

De Hoop zeigte sich zuversichtlich, dass der Investmentaspekt für Platin strukturell an Bedeutung gewinnt. „Wir werden diesen Abwärtstrend nicht im gleichen Maße erleben wie in der Vergangenheit", sagte er. Früher hätten sinkende Platinpreise dazu geführt, dass Barren massenhaft auf den Markt zurückgeworfen wurden und den Preisverfall beschleunigten. Dieses Muster dürfte sich nach Einschätzung von De Hoop künftig abschwächen.

China als größter Liquiditätsabnehmer

Als wichtigsten Treiber dieser Entwicklung identifiziert De Hoop China. Der Markt für Investmentbarren sei dort in den vergangenen zwei Jahren sehr stark gewesen. Chinesische Anleger nutzten Platin zur Diversifizierung ihrer Bestände, da der Zugang einfach sei und die Hersteller deutlich mehr Platinbarren produzierten. De Hoop berichtete von wohlhabenden Privatpersonen, die hunderte Kilogramm Platinbarren zu Hause lagerten. Angesichts der dramatisch verschlechterten Investitionsmöglichkeiten in China – insbesondere auf dem Immobilienmarkt – sowie volatiler Aktienmärkte sei nicht damit zu rechnen, dass diese Bestände überstürzt wieder auf den Markt kämen.

Auch aus Japan kommen positive Signale: Bei einem jüngsten Besuch stellte SFA (Oxford) fest, dass japanische Käufer von Platin-Investmentbarren diese bei Kursrückgängen nicht verkauften, sondern im Aufwärtstrend weiter kauften. De Hoop führt dies auf das unsichere globale Umfeld zurück: „Es herrscht Nervosität bezüglich der Aktienmärkte und der globalen politischen Ereignisse."

Rekordbesuch bei den Platinum Lectures 2026

Die jüngsten SFA (Oxford) Platinum Lectures 2026 verzeichneten einen Besucherrekord – die Registrierungen mussten zeitweise gestoppt werden, da die Kapazität des Hörsaals überschritten wurde. De Hoop verwies auf eine breite Beteiligung von Bankern, Finanzleuten und Akteuren aus dem Junior-Bereich. Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund der lebhaften London Platinum Week statt.

Als nächstes wichtiges Branchenereignis steht die Shanghai Platinum Week an, die vom World Platinum Investment Council unterstützt wird. SFA (Oxford) entsendet erneut zwei Mitarbeiter dorthin. De Hoop hob hervor, dass China der wichtigste Markt für PGMs sei und die Konferenz insbesondere von chinesischen Recyclern, Raffinerien und PGM-Verbrauchern gut besucht werde. Auch Updates zu Emissionsbeladungen im Automobilsektor sowie zu Chinas Wasserstoffplänen stünden auf der Agenda.

Grüner Wasserstoff: China als größte Hoffnung

Beim Thema grüner Wasserstoff zeigte sich De Hoop differenziert. Nach dem anfänglichen Enthusiasmus der Jahre 2021 und 2022 habe sich das Tempo verlangsamt, da die Technologie kostspielig sei und Subventionen benötige. Staatliche Haushalte stünden unter Druck – etwa durch Verteidigungsausgaben oder wirtschaftliche Stützungsmaßnahmen. Gleichzeitig stünden in Europa einige Projekte kurz vor der Inbetriebnahme.

Die größte Hoffnung sieht De Hoop in China: Wasserstoff ist offiziell im chinesischen Fünfjahresplan verankert, und in vielen Provinzen werden Wasserstoffprojekte ausgerollt. Besonders im Schwerlastverkehr sieht SFA (Oxford) Potenzial für Platin, da schwere Lkw jeweils zwei bis drei Unzen Platin benötigen können. „Wenn es irgendwo Erfolg haben wird, dann in China", so De Hoop.

Automobilnachfrage bleibt bedeutend – Platin breiter aufgestellt

Zur langfristigen Nachfragestruktur erklärte De Hoop, dass der Automobilsektor derzeit rund 40 Prozent der Platinnachfrage ausmache. In zehn Jahren dürfte dieser Anteil auf etwa ein Drittel sinken – unter anderem wegen der fortschreitenden Elektrifizierung. Platin sei jedoch breiter aufgestellt als Palladium oder Rhodium, da die industrielle Vielfalt der Nachfrage besonders ausgeprägt sei. Schmuck bleibe ebenfalls ein wichtiger Faktor.

De Hoop wies zudem darauf hin, dass Chinas Exportboom bei Fahrzeugen – mit einem hohen Anteil an Verbrennungsmotoren und Hybriden – die weltweiten Autoverkäufe insgesamt ankurbeln könnte. Da viele dieser Fahrzeuge Katalysatoren benötigten, um lokale Emissionsgesetze zu erfüllen, wäre dies weiterhin positiv für die PGM-Nachfrage.

Beim Rückblick auf die Preisentwicklung im laufenden Jahr verwies De Hoop auf mehrere politische Ereignisse: Zölle ab dem 25. Januar, Drohungen mit Zöllen auf Platinimporte in die USA sowie chinesische Ankündigungen zur Mehrwertsteuer auf Platinimporte über die Shanghai Gold Exchange – wo eine zwei Jahrzehnte lang geltende Befreiung aufgehoben wurde. Hinzu kam die Ankündigung der Guangzhou Futures Exchange, die im Dezember des Vorjahres sehr große Handelsvolumina verzeichnete.

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