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Physische KI revolutioniert Industrieroboter-Branche

Die Industrieroboter-Branche steht vor einem Quantensprung: Bernstein-Analysten prognostizieren 12% jährliches Wachstum durch Physische KI. Die Technologie ermöglicht komplexe Aufgabenplanung und flexible Automatisierung.

Physische KI revolutioniert Industrieroboter-Branche

Die Industrieroboter-Branche erlebt einen grundlegenden Wandel. Laut einer aktuellen Analyse von Bernstein beschleunigte sich die Verbreitung von Industrierobotern seit 2020 deutlich. Der Grund: Die Systeme entwickeln sich von starrer Automatisierung zu flexiblen, intelligenten Lösungen.

Vom Autopilot zum denkenden System

Die erste Transformationsphase wurde durch den Übergang von vorprogrammierten, festen Pfaden zur flexiblen Pfadplanung in Echtzeit geprägt. Dies ermöglichte Robotern neue Aufgaben wie Maschinenbedienung, Palettierung und intelligentes Schweißen. Doch diese Entwicklung allein reicht laut den Analysten um Jay Huang nicht aus, um langfristiges Wachstum über einstelligen Raten hinaus zu sichern.

Die nächste Phase geht entscheidend weiter: Von der flexiblen Pfadplanung zur komplexen Aufgabenplanung. Roboter können nun Aktivitäten bewältigen, die echte "Gehirn"-Funktionen erfordern. Dazu zählen Operationen mit langen Sequenzen, hochpräzise Aufgaben, die Handhabung weicher Materialien sowie tiefere Maschine-zu-Maschine- oder Mensch-zu-Maschine-Kollaboration.

Physische KI als Schlüsseltechnologie

Bernstein definiert Physische KI nicht als neue Roboter-Kategorie, sondern als mehrschichtiges Ökosystem. Dieses umfasst die Roboter selbst und ihre digitalen Zwillinge, Software zur Aufgaben- und Pfadplanung mit multimodaler KI, Sensoren zur Datenerfassung sowie digitale Darstellungen der Umgebung mit realistischer Physik-Simulation.

Wichtig für Investoren: Die Physische KI erweitert die Roboterfunktionalität, verdrängt aber nicht die etablierten Hersteller. Die hinzugefügten "Gehirn"- und "Welt"-Modelle ersetzen nicht die hochpräzisen Bewegungssteuerungsalgorithmen in bestehenden Robotern.

Sensoren als Wachstumstreiber

Die Nachfrage nach Sensoren dürfte stark ansteigen. Neben visionsbasierten Technologien gewinnt auch taktile Sensorik an Bedeutung. Reichhaltige physische Daten werden für Aufgabenplanung und Weltmodellierung unerlässlich.

Führende Roboterhersteller expandieren bereits in höherstufige Softwareschichten und suchen externe Partnerschaften. Dies umfasst offene Plattformen und Simulationstools.

Wachstumsprognose und Profiteure

Bernstein prognostiziert eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 12% über zehn Jahre für weltweite Industrieroboter-Lieferungen. Das Wachstum soll auch weit über das nächste Jahrzehnt hinaus stark bleiben.

"Eine Möglichkeit, das langfristige Potenzial zu verstehen, besteht darin, die enormen Unterschiede in der Roboterdurchdringung über verschiedene Branchen und Prozesse hinweg zu betrachten", schreiben die Analysten. Die verbesserte Flexibilität durch Pfad- und Aufgabenplanung könne diese Durchdringungslücke verringern.

Als Hauptprofiteure identifiziert Bernstein Fanuc Corp., Keyence und Mech-Mind. Diese Unternehmen sind optimal positioniert, um von der nächsten Phase der industriellen Automatisierung zu profitieren.

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