Philips: Optimismus trotz Hürden
Beatmungsgeräte-Rückruf überschattet positive Geschäftszahlen

Trotz guter wirtschaftlicher Nachrichten hat Philips, ein Spezialist für Medizintechnik, einige Herausforderungen zu bewältigen. Der Konzern, der im intensiven Wettbewerb mit Siemens Healthineers steht, hat nach einem erfolgreichen dritten Quartal seine Jahresprognose angehoben. Dieser Schritt kam trotz globaler geopolitischer Unsicherheiten zustande, wie der Vorstandsvorsitzende Roy Jakobs erklärte.
Jedoch bleibt die Frage der defekten Beatmungsgeräte eine offene Wunde. Diese Geräte, die von Philips zurückgerufen wurden, haben sowohl finanzielle als auch rechtliche Folgen für das Unternehmen. Jakobs erklärte, dass diese Angelegenheit das Unternehmen voraussichtlich noch bis 2025 beschäftigen wird. Dennoch betonte er, dass nur ein Teil des Geschäftsbetriebs von dieser Angelegenheit betroffen ist und das Hauptaugenmerk des Unternehmens darauf liegt, das gesamte Unternehmen so robust wie möglich zu machen.
Die Analysten sind in Bezug auf Philips jedoch geteilter Meinung. Trotz des Anstiegs von Umsatz und Gewinn im letzten Quartal hat sich der Auftragseingang leicht verringert, was zu einem leichten Rückgang des Aktienkurses geführt hat. Zusätzlich zu den Problemen mit den Beatmungsgeräten hat die US-Gesundheitsbehörde FDA das Vorgehen von Philips beim Rückruf kritisiert. Sie forderten zusätzliche Tests, um das Risiko für die Nutzer der zurückgerufenen Geräte zu bewerten. Philips antwortete, dass bisherige Untersuchungen gezeigt haben, dass die Verwendung dieser Geräte nicht zu signifikanten Gesundheitsproblemen geführt hat. Trotzdem sind weitere Tests in Zusammenarbeit mit der FDA geplant.
Es sollte jedoch beachtet werden, dass Jakobs, der bereits seit 2010 bei Philips tätig ist, direkt für den Bereich verantwortlich war, zu dem auch die Beatmungsgeräte gehörten. Das Unternehmen musste insgesamt etwa 5,5 Millionen Geräte zurückrufen. Der Grund dafür war ein Schaumstoff, der in den Geräten verwendet wurde und von dem sich Partikel lösten, die potenziell giftig werden könnten.
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Zur AktienanalyseFinanziell hat Philips bereits einen Vergleich über fast eine halbe Milliarde Dollar in den USA getroffen, wobei die Zahlungen Anfang 2024 fällig werden. Dies zeigt, dass das Unternehmen diese Angelegenheit nicht so schnell hinter sich lassen kann. Trotz dieser Herausforderungen hat Philips seine finanzielle Position verbessert. Das Unternehmen kündigte auch den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen an, von denen bereits 7.000 in diesem Jahr gestrichen werden sollen. Jakobs äußerte jedoch Zuversicht hinsichtlich des zukünftigen Wachstums von Philips und betonte die Notwendigkeit einer schlankeren, agileren Organisationsstruktur.


