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Philippinische Zentralbank erwägt außerplanmäßige Zinserhöhung vor Juni-Sitzung

Gouverneur Remolona signalisiert mögliche Notmaßnahme – April-Erhöhung sei „nicht ausreichend" gewesen.

Philippinische Zentralbank erwägt außerplanmäßige Zinserhöhung vor Juni-Sitzung

Die philippinische Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) könnte ihren Leitzins noch vor der regulären geldpolitischen Sitzung am 18. Juni anheben. Gouverneur Eli Remolona erklärte am Freitag in einem Interview mit One News, dass die Zinserhöhung vom April „nicht ausreichend schien". Die Währungshüter sehen sich mit einem massiven und anhaltenden Angebotsschock konfrontiert.

„Es ist noch offen, ob wir eine außerordentliche Sitzung abhalten oder einfach die reguläre Sitzung abwarten", sagte Remolona. Die Aussage lässt bewusst Spielraum offen, sendet aber ein klares Signal an die Märkte: Die Zentralbank ist bereit, schnell zu handeln. Zuletzt hatte die BSP ihren Leitzins im April um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent angehoben, um die Inflation einzudämmen.

Treibstoffpreise und Peso unter Druck

Ein wesentlicher Treiber der Inflationssorgen sind die rasant steigenden Treibstoffkosten. Die Befürchtung ist, dass höhere Preise an den Tankstellen eine Kettenreaktion bei anderen Konsumgütern auslösen könnten. Gleichzeitig steht die philippinische Währung stark unter Druck: Der Peso hat gegenüber dem US-Dollar rund 4,6 Prozent an Wert verloren und laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG die psychologisch wichtige Marke von 60 Peso durchbrochen.

Die BSP ist in der Region kein Unbekannter bei außerordentlichen Maßnahmen. Bereits am 26. März hielt sie eine außerplanmäßige Sitzung ab und war damit die erste Notenbank in Asien, die diesen Schritt im aktuellen Umfeld unternahm. Dieser Schritt spiegelt die gewachsene Besorgnis über die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Inflation und Wirtschaftswachstum wider.

Regionaler Druck durch Nahostkonflikt und Kapitalabflüsse

Die Philippinen sind nicht allein mit ihren Problemen. Indien, Indonesien und die Philippinen gelten als besonders anfällig für Störungen im Nahen Osten, da alle drei Länder Ölimporteure sind. Zusätzlich werden sie von Kapitalabflüssen getroffen, weil Investoren ihre Mittel in andere Märkte umschichten.

Indonesien reagierte bereits mit einer überraschenden Zinserhöhung um 50 Basispunkte, um die Rupiah zu stützen, die gegenüber dem US-Dollar auf Rekordtiefs gehandelt wurde. Jakarta übernahm zudem die Kontrolle über Rohstoffexporte, um sicherzustellen, dass die Erlöse im Land verbleiben und in der lokalen Währung gehalten werden. Der regionale Handlungsdruck auf die BSP wächst damit weiter.

Gouverneur Remolona betonte die proaktive Haltung seiner Behörde unmissverständlich: „Was auch immer wir tun, wir wollen die Botschaft vermitteln, dass wir versuchen, proaktiv zu handeln." Er ergänzte: „Wir versuchen, der Entwicklung einen Schritt voraus zu sein und zeigen, dass wir die Inflation ernst nehmen." Für deutsche Anleger mit Engagements in Schwellenländern Südostasiens ist die Entwicklung ein weiteres Zeichen, dass die geldpolitische Unsicherheit in der Region anhält.

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