Philippinen bereiten sich auf langen Kampf gegen China vor
Verteidigungsminister Teodoro warnt vor eskalierendem Territorialkonflikt im Südchinesischen Meer – Manila setzt auf Widerstand.

Die Philippinen stellen sich auf einen „langfristigen Kampf" mit China um umstrittene Gebiete im Südchinesischen Meer ein. Das erklärte der philippinische Verteidigungsminister Gilberto Teodoro in einem Interview mit dem US-Sender CNBC am Rande des IISS Shangri-La-Dialogs in Singapur. Der maritime Konflikt zwischen beiden Ländern verschärft sich demnach zunehmend.
China beansprucht nahezu das gesamte Südchinesische Meer für sich – einschließlich Gebieten, die sich mit den ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) mehrerer Anrainerstaaten überschneiden. Betroffen sind neben den Philippinen auch Vietnam und Malaysia. In den vergangenen Jahren hat China auf verschiedenen Untiefen Strukturen errichtet, um seine Gebietsansprüche zu festigen und physisch zu untermauern.
Deutliche Worte aus Manila
Teodoro wählte klare Worte, um Chinas Verhalten zu beschreiben. „China setzt seine Handlungen unvermindert fort und zeigt sich angesichts seines Expansionismus reuelos", sagte er gegenüber CNBC-Moderator Sri Jegarajah. Manila lasse sich davon jedoch nicht einschüchtern: „Wir stellen uns auf einen langfristigen Kampf ein."
Der Minister betonte dabei die wirtschaftliche und demografische Bedeutung der betroffenen Meeresgebiete für sein Land. „Es ist unsere ausschließliche Wirtschaftszone", sagte Teodoro, „und künftige Generationen von Philippinern benötigen sie in einem Archipel aus 7.600 Inseln mit einer großen Bevölkerung, die den verheerenden Folgen des Klimawandels ausgesetzt ist." Die Ressourcen des Meeres seien damit nicht nur eine Frage nationaler Souveränität, sondern auch der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen.
Verhandlungen und Schiedsverfahren blieben ohne Wirkung
Die Philippinen haben den Konflikt bereits auf diplomatischem und rechtlichem Weg zu lösen versucht. Teodoro verwies darauf, dass Manila ein Schiedsverfahren im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS) eingeleitet hatte. China erkannte das Verfahren jedoch nicht an und ignorierte das Urteil des Schiedsgerichts.
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Zur AktienanalyseAuf die Frage, wie ein Erfolg in diesem Konflikt konkret aussehen würde, antwortete Teodoro pragmatisch: Es gehe darum, „Chinas weiteres Vordringen" zu stoppen und jeden Bau künstlicher Inseln in der Region zu verhindern. Ein vollständiger Rückzug Chinas scheint damit nicht das primäre Ziel zu sein – vielmehr soll die weitere Expansion eingedämmt werden.
Der Shangri-La-Dialog in Singapur gilt als eines der wichtigsten sicherheitspolitischen Foren im asiatisch-pazifischen Raum. Dass Teodoro dort so deutliche Aussagen traf, unterstreicht den Ernst der Lage aus philippinischer Sicht. Der Territorialstreit im Südchinesischen Meer bleibt damit einer der zentralen geopolitischen Konfliktherde der Region – mit direkten Auswirkungen auf internationale Handelsrouten und die regionale Stabilität.


