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Pharmaindustrie schafft neue Jobs in Milliardenhöhe

Trotz früherer Regulierung investieren Konzerne wieder massiv in deutsche Produktionsstandorte und Forschung

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Pharmaindustrie schafft neue Jobs in Milliardenhöhe

Während viele Industriezweige in Deutschland mit Stellenabbau und Standortverlagerungen kämpfen, zeigen Pharma- und Rüstungsindustrie eine gegenteilige Entwicklung. Nach Angaben des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VfA) sind allein in der Pharmabranche rund 15.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Damit zählt sie laut VfA-Präsident Han Steutel zu den wenigen Sektoren, die gegenwärtig in Deutschland noch wachsen.

Große internationale Pharmakonzerne investieren derzeit massiv in den Standort Deutschland. So fließt rund eine Milliarde Euro in den Ausbau des Standorts von Daiichi Sankyo im bayerischen Pfaffenhofen zur Herstellung neuer Krebs-Antikörper. Der Schweizer Konzern Roche errichtet in Penzberg ein Biotech-Zentrum für 600 Millionen Euro. In Alzey entsteht eine neue Produktionsstätte von Eli Lilly für mehr als zwei Milliarden Euro. Dort soll unter anderem die sogenannte Abnehmspritze gefertigt werden. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf etwa sechs Milliarden Euro.

Ein wesentlicher Wendepunkt für die Branche war das im Jahr 2022 beschlossene GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das die Arzneimittelhersteller zu höheren Rabatten und einem Preismoratorium verpflichtete. Die Maßnahme, eingeführt unter dem damaligen Gesundheitsminister Karl Lauterbach, sollte die Defizite der gesetzlichen Krankenkassen ausgleichen, traf die Pharmaindustrie jedoch empfindlich. Viele Investitionspläne lagen zu diesem Zeitpunkt bereits vor, die Umsetzung wurde jedoch durch die neue Gesetzeslage erschwert.

VfA-Präsident Steutel schildert, wie sich die Branche damals in einer schwierigen Lage befand. Dennoch wurden Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium geführt – mit Erfolg. Kurz nach dem Finanzstabilisierungsgesetz folgte das Medizinforschungsgesetz, das Genehmigungsverfahren für klinische Studien vereinfachen soll. Dies werteten viele Unternehmen als positives Signal. Seither kehren vermehrt klinische Studien nach Deutschland zurück, was laut Industrie auch die Versorgungslage verbessert.

Gleichzeitig bleibt der Zugang zu Forschungs- und Patientendaten ein Hemmnis. Ein neues Forschungsdatenschutzgesetz ist in Arbeit, um diesen Zugang zu erleichtern. Steutel zeigt sich diesbezüglich optimistisch und kündigt eine konstruktive Zusammenarbeit mit der neuen Bundesregierung an.

Konfliktpotenzial bleibt dennoch bestehen, insbesondere im internationalen Preisgefüge. Eine mögliche Regulierung von Arzneimittelpreisen in den USA unter Donald Trump könnte sich auf globale Preisniveaus auswirken. In Deutschland sei eine automatische Anpassung allerdings nicht vorgesehen, da Preise hier mit den Krankenkassen verhandelt würden. Laut Steutel ist die Belastung der Kassen durch Medikamente zudem überschaubar: Der Anteil der Arzneimittelausgaben liege stabil bei zwölf Prozent.

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