Pharma-Riesen im Fokus: Sanofi, Roche und China-Markt unter der Lupe
UBS und Vontobel bewerten aktuelle Quartalszahlen und Zukunftsaussichten der europäischen Pharmakonzerne unterschiedlich.

Die großen Pharmaunternehmen stehen weiterhin im Fokus der Analysten. Während Sanofi mit seinen Quartalszahlen überzeugen konnte, zeigt sich bei Roche ein gemischtes Bild. Gleichzeitig sorgt die chinesische Regierung mit neuen Maßnahmen für Bewegung im dortigen Pharmahandel.
Der französische Pharmakonzern Sanofi hat im vierten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie schnitt das Unternehmen besser ab als von Analysten prognostiziert. Die UBS-Experten bewerten dies angesichts der zuletzt niedrigen Erwartungen als kleinen Fortschritt. Auch die Jahresprognose für 2026 sei ermutigend.
Allerdings sehen die Analysten weiterhin Schwachstellen bei Sanofi. Eine große Anzahl von Phase-2-Programmen wurde zurückgestuft, was das Vertrauen in die Forschungs- und Entwicklungspipeline nicht stärken dürfte. Die UBS rät dem Konzern, der Kommunikation einer klaren Pipeline-Strategie Vorrang vor kurzfristigen Finanzergebnissen einzuräumen. Die Sanofi-Aktie legte am Handelstag um 0,2 Prozent auf 77,70 Euro zu.
Roche mit vorsichtiger Prognose
Der Schweizer Pharmakonzern Roche präsentierte ebenfalls seine Ausblicke für das laufende Jahr. Die Vontobel-Analysten bezeichnen die Prognose als vorsichtig, aber weniger konservativ als befürchtet. Das erwartete Wachstum beim Kerngewinn je Aktie sei ambitioniert, aber erreichbar. Die Umsatzprognose falle hingegen relativ konservativ aus.
Probleme bereitet weiterhin die Diagnostik-Sparte, die auf der Rentabilität lastet. Allerdings erwarten die Analysten hier eine Normalisierung, sobald sich die Auswirkungen der chinesischen Gesundheitsreform stabilisieren. Hoffnung macht das Brustkrebsmedikament Giredestrant, für das in diesem Jahr weitere Studiendaten und eine Zulassungseinreichung erwartet werden. Die Roche-Aktie notierte unverändert bei 338,40 Schweizer Franken.
China treibt Transformation voran
In China sorgt die Regierung mit neuer politischer Unterstützung für den pharmazeutischen Handelssektor für Bewegung. Die HSBC-Analysten sehen darin einen wichtigen Schritt zur Transformation der Branche. Statt reiner Verkaufsstellen sollen sich die Unternehmen zu umfassenden Gesundheitsdienstleistern entwickeln.
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Zur AktienanalyseKurzfristig erwarten die Experten klare Vorteile durch die geförderte Konsolidierung. Dazu zählen reduzierte Integrationskosten und eine beschleunigte Ausweitung der Marktanteile. Zudem dürften führende Arzneimittelhändler Einzelhändler für gemeinsame Einkäufe organisieren, was ihre Verhandlungsposition gegenüber Herstellern stärkt.
Mittelfristig bleiben jedoch Herausforderungen bestehen. Der Margendruck durch übermäßigen Wettbewerb erhöht die Kosten für die Kundenakquise und mindert Skaleneffekte. Die HSBC rechnet für 2025 mit einem flachen oder niedrig einstelligen Umsatzwachstum, wobei die Branchenführer um 3 bis 5 Prozent besser abschneiden dürften. Die Kostenschere zwischen steigenden Compliance-Kosten und eingeschränktem Umsatzwachstum werde anhalten, so die Analysten.


