Pfund und Euro unter Druck: Starker Dollar und Ölpreise belasten
Robuste US-Arbeitsmarktdaten und geopolitische Spannungen im Nahen Osten stärken den Greenback und belasten das britische Pfund.

Das britische Pfund und der Euro haben am Mittwoch leicht nachgegeben. Auslöser war ein erstarkender US-Dollar, der von überraschend starken amerikanischen Arbeitsmarktdaten profitierte. Gleichzeitig sorgten neue geopolitische Spannungen im Nahen Osten und steigende Ölpreise für zusätzlichen Gegenwind an den Devisenmärkten.
Um 09:05 Uhr ET (13:05 Uhr GMT) notierte das Währungspaar GBP/USD um 0,26 Prozent niedriger bei 1,3434. EUR/USD gab ebenfalls um 0,25 Prozent auf 1,1602 nach. Beide Währungen zogen sich damit gegenüber dem festeren Greenback zurück.
US-Arbeitsmarkt überrascht positiv
Haupttreiber der Dollar-Stärke waren die JOLTS-Stellenangebote für April, die positiv überraschten und ihren höchsten Stand seit Mai 2024 erreichten. Dies untermauert das Bild einer widerstandsfähigen US-Wirtschaft, die viele Marktteilnehmer so nicht erwartet hatten. Die Analysten der ING stellen fest, dass die Märkte den im vergangenen Jahr populären Trade auf eine „Dollar-Abwertung" zunehmend infrage stellen, da Anleger die Wahrscheinlichkeit neu bewerten, dass die Federal Reserve die Geldpolitik im weiteren Jahresverlauf doch noch straffen könnte.
Im Fokus der Märkte stehen nun weitere wichtige US-Konjunkturdaten: der ADP-Arbeitsmarktbericht, der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sowie das Beige Book der Federal Reserve. Eine weitere Serie solider Wirtschaftsdaten würde die Argumente für längerfristig höhere US-Zinsen stärken und könnte den Dollar-Index näher an das obere Ende seiner jüngsten Handelsspanne bei 99,50 bis 99,55 Punkte treiben.
Naher Osten als geopolitischer Risikofaktor
Geopolitische Entwicklungen bleiben ein wichtiger sekundärer Faktor für die Devisenmärkte. Die Spannungen im Nahen Osten verschärften sich nach Berichten über einen iranischen Raketenangriff, der den Flughafen von Kuwait beschädigte, sowie über US-Militäroperationen nahe der Straße von Hormus. Obwohl diplomatische Kontakte zwischen Washington und Teheran andauern, haben widersprüchliche Signale beider Seiten die Märkte nicht davon überzeugt, dass eine dauerhafte Lösung unmittelbar bevorsteht.
Der daraus resultierende Anstieg der Ölpreise stellt für Zentralbanken weltweit einen zusätzlichen Inflationsfaktor dar. Für EUR/USD belastete die Kombination aus stärkeren US-Daten und erneuten Sorgen am Energiemarkt die Stimmung spürbar. Obwohl die Märkte weiterhin zusätzliche Straffungen durch die Europäische Zentralbank einpreisen, bleiben Anleger vorsichtig, da anhaltende Gewinne beim Rohöl als Gegenwind für die Wirtschaft der Eurozone wirken könnten.
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Zur AktienanalyseGemischte Signale aus Großbritannien
Beim britischen Pfund zeichneten die heimischen Konjunkturdaten ein gemischtes Bild. Der S&P Global UK Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor fiel zum ersten Mal seit über einem Jahr in den kontraktiven Bereich – also unter die wichtige Marke von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Auch der Composite-Einkaufsmanagerindex rutschte unter diese Schwelle. Anhaltender Druck bei den Inputkosten verstärkte die Sorgen, dass die Inflation trotz nachlassender wirtschaftlicher Aktivität hartnäckig bleiben könnte.
Einen Teil der Schwäche konnte der Anstieg der Fahrzeugneuzulassungen in Großbritannien im Mai ausgleichen. Diese legten im Jahresvergleich um 6 Prozent zu, wobei Elektrofahrzeuge weiterhin Marktanteile gewannen. Insgesamt bleibt das Pfund jedoch anfällig für weitere Kursverluste, sollten die US-Wirtschaftsdaten die Erwartungen weiterhin übertreffen und den Dollar zusätzlich stützen.


