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Pfund und Euro schwächer: Dollar gefragt vor Fed-Entscheidung

Anleger positionieren sich vor der Fed-Sitzung am Mittwoch – Markt preist fast 40% Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhung ein.

Pfund und Euro schwächer: Dollar gefragt vor Fed-Entscheidung

Das Britische Pfund und der Euro haben am Dienstag nachgegeben, während der US-Dollar gefragt blieb. Hintergrund ist die bevorstehende Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch, bei der die Märkte mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von fast 40 Prozent für eine Zinserhöhung einpreisen.

Bis 06:30 Uhr ET (10:30 Uhr GMT) fiel das Währungspaar GBP/USD auf 1,3278 – ein Tagesminus von 0,16 Prozent. Der Euro gab gegenüber dem Dollar um 0,13 Prozent auf 1,1357 nach.

Devisenmarkt nimmt Fed-Zinserhöhung ernster

„Es hat den Anschein, als würde der Devisenmarkt die Möglichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed am morgigen Mittwoch ernster nehmen", sagte Chris Turner, Global Head of Markets und Regional Head of Research für UK & CEE bei ING. Turner erklärte, dass das Argument für einen frühzeitigen Schritt bei einigen Beobachtern an Glaubwürdigkeit gewinne, um „die Glaubwürdigkeit der Fed im Kampf gegen die Inflation zu stärken und letztlich die Notwendigkeit einer späteren Straffung zu verringern".

Turner fügte hinzu, dass die „mangelnde Kommunikation der Zentralbank sicherlich einen fruchtbaren Boden für solche Spekulationen bereitet hat". Er sieht den Dollar-Index DXY weiterhin in der Nähe von 101,50 gefragt – mit dem Risiko eines Ausreißers nach oben bis zum Juni-Hoch von 101,80. Laut ING sei es unwahrscheinlich, dass Anleger ihre Dollar-Positionen vor der Fed-Sitzung abbauen werden.

Als Risikofaktoren nannte Turner niedrigere Ölpreise sowie einen Ausverkauf bei Chip-Aktien – bedingt durch chinesische Konkurrenz und die Prüfung von Megadeals der US-Hyperscaler. Diese Entwicklungen könnten die Dollarstärke bremsen.

Pfund ohne eigene Impulse – Blick auf Bank of England

Der Rückgang des Pfunds am Dienstag war nicht auf spezifische Entwicklungen im Vereinigten Königreich zurückzuführen. Laut Turner wurde die britische Währung stattdessen von der allgemeinen Dollarstärke im Vorfeld der FOMC-Sitzung mitgerissen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Sitzung der Bank of England in dieser Woche, die laut ING „als Erinnerung dienen könnte, dass die Hürde für eine Zinserhöhung hoch liegt – was das Pfund belasten könnte".

Auch die Schwäche des Euro spiegelte eher die Dollar-Dynamik als inländische Nachrichten aus der Eurozone wider. Selbst gesunkene Energiepreise – eigentlich ein positives Signal für Europa – konnten der Gemeinschaftswährung keinen Auftrieb geben, da „das Fed-Thema dominiert", so Turner. ING sieht bei einem Durchbruch der Unterstützung von 1,1360 den Weg für einen erneuten Test des Tiefs von 1,1325 geebnet.

Wichtige US-Daten im Tagesverlauf erwartet

Händler warten auf mehrere US-Wirtschaftsdaten, die im weiteren Verlauf des Dienstags veröffentlicht werden: die wöchentlichen ADP-Arbeitsmarktdaten, die vorläufige Handelsbilanz für Juni sowie die Zahlen zum Verbrauchervertrauen für Juli. Der ADP-Bericht gilt nach den schwachen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche als wichtigste Veröffentlichung. Eine positive Überraschung dürfte sich laut Analysten leicht positiv auf den Dollar auswirken.

Das Basisszenario von ING sieht eine weitere Dollarstärke bis zur Fed-Entscheidung am Mittwoch vor. Als bevorzugtes Instrument, um eine restriktive Haltung der Fed auszudrücken, nennt ING das Währungspaar USD/CHF – dieses könnte im August die Marke von 0,85 erreichen, falls die Fed mit einer Zinserhöhung „alle Erwartungen sprengt". Eine Umkehr der Dollarstärke wäre laut ING nur bei einer weniger restriktiven Fed-Erklärung oder einer negativen Überraschung bei den US-Daten am Dienstag zu erwarten.

Beim Währungspaar EUR/GBP erwarten die ING-Experten, dass die Gewinne nahe 0,8550 gehalten werden. Langfristig hatten die Analysten zuletzt prognostiziert, dass das Paar im weiteren Jahresverlauf in Richtung 0,88 steigen wird.

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