Pfund und Euro erholen sich leicht – Dollar bleibt dominant
Nach der Dollar-Rallye vom Freitag legen Pfund und Euro am Montag geringfügig zu – die Erholung bleibt jedoch fragil.

Das Britische Pfund und der Euro verzeichneten am Montag leichte Gewinne, nachdem die Devisenmärkte nach der breiten Dollar-Rallye vom Freitag eine kurze Verschnaufpause einlegten. Um 08:42 Uhr ET (12:42 Uhr GMT) notierte GBP/USD um 0,12% höher bei 1,3358, während EUR/USD um 0,19% auf 1,1543 stieg. Beide Währungspaare erholten sich damit geringfügig von ihren deutlichen Freitagsverlusten – die zugrunde liegende Dollar-Nachfrage blieb jedoch weiterhin solide unterstützt.
Haupttreiber der anhaltenden Dollardominanz ist der starke US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag. Dieser hat die Markterwartungen für eine Straffung durch die Federal Reserve in diesem Jahr auf rund 30 Basispunkte angehoben, mit einer möglichen Ausweitung auf 50 Basispunkte bis zum zweiten Quartal 2027. Da sich die Fed vor ihrer FOMC-Sitzung am 17. Juni nun in einer Schweigeperiode befindet, gibt es kaum Spielraum für taubenhafte Signale, die der aktuellen Marktpreisgestaltung entgegenwirken könnten.
Tech-Ausverkauf und Kapitalumschichtungen belasten die Stimmung
Zusätzlichen Rückenwind erhält der Dollar durch einen technologiegetriebenen Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten. Anleger bauen dabei Übergewichtungen in Aktien sowie Positionen in Schwellenländern ab. Die Analysten der ING weisen darauf hin, dass Portfolio-Umschichtungen im Vorfeld eines wahrscheinlichen SpaceX-Börsengangs im Wert von 75 bis 85 Milliarden US-Dollar sowie jüngste Kapitalerhöhungen von Alphabet, OpenAI und Anthropic zu Verdauungsschwierigkeiten am Markt führen. Solche Phasen der Risikoaversion kommen dem Dollar typischerweise als sicherem Hafen zugute. Der DXY-Index scheint dabei den Widerstandsbereich von 100,25/65 testen zu wollen.
Für EUR/USD ergibt sich ein doppelter Gegenwind: Neben dem stärkeren Dollar belasteten auch schwache Aktivitätsdaten aus der Eurozone das Währungspaar. Die deutschen Auftragseingänge in der Industrie für April enttäuschten bereits am Montagmorgen. Im Fokus steht nun die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, bei der eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 2,25% allgemein erwartet wird. Die ING geht davon aus, dass die EZB einen falkenhaften Ton anschlagen und einen weiteren Zinsschritt im September signalisieren wird, was dem Euro kurzfristig eine gewisse Unterstützung bieten könnte. Dennoch bleiben die Risiken angesichts wieder anziehender Energiepreise und der unter Druck stehenden Marke von 1,1500 nach unten gerichtet.
Pfund bleibt durch pro-zyklischen Charakter anfällig
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Zur AktienanalyseFür das Britische Pfund ist das Bild ähnlich eingeschränkt. Die Bank of England dürfte eine Straffung in diesem Sommer weitgehend vermeiden – die Märkte preisen für die September-Sitzung lediglich rund 21 Basispunkte ein. Die am Freitag veröffentlichten Daten zu den Inflationserwartungen der Unternehmen boten der BoE zwar eine gewisse Beruhigung, da Zweitrundeneffekte als weniger wahrscheinlich eingestuft werden. Angesichts einer zunehmend restriktiven Fed und anfälliger Aktienmärkte bleibt das Pfund aufgrund seines pro-zyklischen Risikocharakters jedoch exponiert.
Die ING sieht GBP/USD in dieser Woche die Marke von 1,3300 testen. Sollte sich der Aktienausverkauf verschärfen und die Dollarstärke anhalten, droht ein weiteres Abwärtsrisiko in Richtung 1,3200. Für deutsche Anleger mit Engagements in britischen oder US-amerikanischen Wertpapieren bleibt die Wechselkursentwicklung damit ein wichtiger Faktor in der laufenden Woche.


