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Pfund Sterling gewinnt durch BoE-Zinsneubewertung an Stärke

Der Ölschock treibt die Märkte zur Neubewertung der britischen Geldpolitik – mit spürbaren Folgen für das Pfund.

Pfund Sterling gewinnt durch BoE-Zinsneubewertung an Stärke

Das britische Pfund hat am Dienstag vorübergehend zugelegt, weil die Finanzmärkte ihre Erwartungen an die Bank of England (BoE) neu kalibrieren. Auslöser ist die jüngste Volatilität am Ölmarkt, die laut der niederländischen Großbank ING zu einer der signifikantesten Neubewertungen der Sterling-Zinskurve geführt hat.

Der Hintergrund ist klar: Die britische Inflation liegt mit 3 Prozent bereits deutlich über dem Zielwert der BoE von 2 Prozent. Gleichzeitig gibt es innerhalb der Zentralbank eine ausreichende Anzahl sogenannter Falken – also geldpolitischer Hardliner –, die den laufenden Zinssenkungszyklus potenziell stoppen könnten. Diese Kombination macht das Pfund im aktuellen Umfeld vergleichsweise attraktiv.

ING betont, dass die Dauer des Ölschocks eine entscheidende Rolle für die weitere geldpolitische Debatte spielen wird. Je länger die Energiepreise erhöht bleiben, desto größer der Inflationsdruck – und desto weniger Spielraum hat die BoE für weitere Zinssenkungen.

Britische Regierung hat Zeit zum Handeln

Ein weiterer Faktor betrifft mögliche staatliche Eingriffe zum Schutz der Verbraucher vor dem Energieschock. ING sieht hier jedoch keinen unmittelbaren Druck auf britische Staatsanleihen, sogenannte Gilts. Die Energiepreisdeckel werden im Zeitfenster von Februar bis Mai festgelegt, und die Regierung hofft, dass die Gas- und Strompreise bis dahin erheblich gesunken sein werden. Verbraucher erhalten ihre angepassten Abrechnungen erst im Juli.

Obwohl ING grundsätzlich kein starker Befürworter des Pfunds ist, räumt das Institut ein, dass sowohl das Vereinigte Königreich als auch die Eurozone vor ähnlichen Herausforderungen durch den Energieschock stehen. Ein entscheidender Unterschied könnte jedoch die geldpolitische Reaktion sein.

Für den Wechselkurs EUR/GBP ergibt sich daraus ein konkretes Szenario: Sollte die BoE geldpolitisch kräftiger reagieren als die Europäische Zentralbank, könnte die laufende Korrektur des Währungspaares bis in den Bereich von 0,8600 bis 0,8615 reichen. ING sieht dort eine starke Unterstützungszone, die weiteren Verlusten des Euro gegenüber dem Pfund Grenzen setzen sollte.

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