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Pfund stabil: Dollarstärke dominiert trotz starker britischer Einzelhandelsdaten

Steigende Fed-Zinserwartungen und hohe Energiepreise treiben den Dollar – britische Einzelhandelsumsätze überraschen positiv.

Pfund stabil: Dollarstärke dominiert trotz starker britischer Einzelhandelsdaten

Das Britische Pfund notierte am Freitag leicht fester, während der Euro kaum vom Fleck kam. GBP/USD legte um 0,08% auf 1,3325 zu, EUR/USD verharrte stabil bei 1,1377. Im Hintergrund dominiert eine breite Dollarstärke das Devisengeschehen – angetrieben durch steigende Erwartungen an eine geldpolitische Straffung der US-Notenbank Federal Reserve sowie durch anhaltend hohe Energiepreise.

„Der Dollar entwickelt sich weiterhin gut, da hohe Energiepreise die Erwartungen an eine Reaktion der Zentralbanken schüren", erklärte Chris Turner, Global Head of Markets bei ING. „Es bleibt sehr riskant, sich gegen diesen Trend zu stemmen – wir erwarten, dass der Dollar eine Outperformance zeigen wird." Turner wies zudem darauf hin, dass sich der Dollar-Index DXY dem Juni-Hoch von 101,80 annähert und ein Ausbruch nach oben nicht auszuschließen sei.

Hintergrund dieser Entwicklung: Die zweijährigen realen USD-Swap-Sätze sind seit der FOMC-Sitzung im Juni um 30 Basispunkte gestiegen. Die Fed hatte zwar signalisiert, ihre „Glaubwürdigkeit" in Bezug auf die Inflation „wiederherstellen" zu wollen, jedoch keine expliziten Leitlinien für weitere Schritte gegeben. Für die Sitzung in der kommenden Woche erwarten die Märkte keine Zinserhöhung.

Britische Einzelhandelsumsätze überraschen positiv

Trotz der Dollar-Dominanz zeigten sich britische Konjunkturdaten am Freitag überraschend stark. Die britischen Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni um 1,0% – Analysten hatten hingegen einen Rückgang von 0,3% erwartet. Als Treiber galten der Kauf von Klimaanlagen und Kleidung während eines der heißesten Junimonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Anteil der Online-Verkäufe erreichte mit 29,4% den höchsten Stand seit April 2021.

Laut ING ist die Widerstandsfähigkeit des Pfunds jedoch nicht primär auf diese inländischen Entwicklungen zurückzuführen. Ergänzend dazu zeigte eine GfK-Umfrage eine verbesserte Verbraucherstimmung in Großbritannien, die teilweise mit Hoffnungen auf den neuen Premierminister Andy Burnham zusammenhängt. Dieser hat die Entlastung bei den Lebenshaltungskosten zur obersten Priorität erklärt – darunter Steuersenkungen auf Stromrechnungen und eine niedrigere Obergrenze für Bustarife.

Zusätzlich verlangsamte sich die britische Inflation im Juni, da Kraftstoff- und Lebensmittelpreise während eines kurzen Waffenstillstands am Golf nachgaben. Diese Kombination aus positiven Daten und politischen Hoffnungen stützt die Stimmung gegenüber dem Pfund zumindest moderat.

Euro unter Druck durch Realzinsdifferenzen

Der Euro steht derweil unter einem anderen Druck: Es sind weniger die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) selbst, sondern vielmehr die sich ausweitenden Realzinsdifferenzen, die EUR/USD belasten. Turner von ING betonte, dass ein „falkenhaftes Festhalten" der EZB in dieser Woche „nur wenig Unterstützung bot". Die zweijährigen realen EUR/USD-Swap-Differenzen weiteten sich auf Niveaus aus, die zuletzt Ende 2024 zu beobachten waren – als EUR/USD noch unter 1,10 notierte.

„Wir glauben nicht, dass EUR/USD jetzt bis auf diese Niveaus fallen muss, aber solange die Energiepreise die Erwartungen an eine Straffung durch die Fed weiter anheizen, gehen wir davon aus, dass das Paar die Marke von 1,13 unter Druck setzen wird", so Turner. ING sieht EUR/USD kurzfristig in Richtung des unteren 1,13er-Bereichs tendieren.

Diese Einschätzung würde sich laut ING nur dann ändern, wenn die Energiepreise „bald deutlich sinken" – was den Druck auf die Straffungserwartungen sowohl der Fed als auch der EZB mildern würde. Für Freitag stehen noch die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) der Eurozone sowie die WAVE-Inflationsumfrage auf dem Programm, die die Risikoeinschätzung der EZB bezüglich schwächeren Wachstums und höherer Inflation bestätigen dürften.

Auf der US-Datenseite ist der Freitag dünn bestückt: Die vorläufigen S&P-PMIs für Juli sowie die Verkäufe neuer Häuser sind die wichtigsten Veröffentlichungen. Darüber hinaus dürften Berichte über eine mögliche militärische Eskalation von Präsident Trump gegenüber dem Iran dazu beitragen, dass Anleger über das Wochenende an ihren Long-Positionen im Dollar festhalten.

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