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Pfund gibt trotz starkem BIP-Wachstum leicht nach

Das britische Pfund verliert trotz überraschend starker Wirtschaftsdaten an Boden, während der US-Dollar wieder Unterstützung findet.

Pfund gibt trotz starkem BIP-Wachstum leicht nach

Das Britische Pfund und der Euro gaben am Donnerstag leicht nach und machten damit frühere Gewinne zunichte. Bis 08:48 Uhr ET sank GBP/USD um 0,14% auf 1,3548, während EUR/USD um 0,16% auf 1,1782 nachgab. Hintergrund ist eine Neubewertung der globalen Risikobereitschaft, die dem US-Dollar erneut Auftrieb verlieh.

Die offiziellen BIP-Daten für Großbritannien überraschten positiv: Die britische Wirtschaft wuchs im Februar um 0,5% – deutlich über den Erwartungen eines Anstiegs von lediglich 0,1%. Im Januar hatte das Wachstum nach oben korrigiert ebenfalls 0,1% betragen. Das Wachstum war dabei breit über verschiedene Sektoren verteilt.

Im Einzelnen stiegen die Aktivitäten im Dienstleistungssektor im Monatsvergleich um 0,5%, die Industrieproduktion legte ebenfalls um 0,5% zu, und die Bauleistung sprang trotz untypisch feuchten Wetters sogar um 1,0% nach oben. Damit übertrafen alle drei Hauptsektoren die Erwartungen der Analysten.

Pfund findet trotz guter Daten keine Unterstützung

Trotz der besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten gelang es dem Pfund nicht, nachhaltige Unterstützung zu finden. Die Anleger konzentrierten sich stattdessen auf den breiteren makroökonomischen Ausblick. Analysten nehmen den starken BIP-Wert mit Vorsicht auf und argumentieren, dass das Wachstum zu Jahresbeginn wiederholt durch saisonale Effekte verzerrt wurde und möglicherweise nicht die zugrunde liegende wirtschaftliche Dynamik widerspiegelt.

Belastend wirken zudem strukturelle Faktoren: Steigende Energiepreise, sinkende Realeinkommen und ein schwächerer Arbeitsmarkt dürften die Wirtschaftsaktivität in den kommenden Monaten bremsen. Dies bestärkt die Markterwartung, dass die Bank of England ihre Geldpolitik vorerst unverändert beibehalten wird.

Dollar erholt sich – ING warnt vor voreiligen Schlüssen

Der US-Dollar fand erneute Unterstützung, da die Märkte vorsichtiger wurden, was den weiteren Ausbau der jüngsten Risk-on-Positionierungen betrifft. Analysten der ING Group erklären, dass die jüngste Dollarschwäche weitgehend durch eine Umschichtung in Risikoanlagen getrieben wurde – und weniger durch eine wesentliche Veränderung der Fundamentaldaten. Die Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen Rückgang des Dollars seien noch nicht fest etabliert.

ING weist zudem darauf hin, dass die US-Zinsen stabil bleiben und es kaum Anzeichen dafür gibt, dass ausländische Investoren ihr Engagement in US-Anlagen reduzieren. Dies begrenzt den Spielraum für einen stärkeren Ausverkauf des Dollars. Die Federal Reserve scheint laut ING damit zufrieden zu sein, ihren aktuellen Kurs beizubehalten – ein stetiges Wachstum und ein widerstandsfähiger Arbeitsmarkt deuteten darauf hin, dass Erwartungen an eine baldige Lockerung der Geldpolitik verfrüht sein könnten.

Euro nahe Hochs, aber Momentum lässt nach

In Europa notierte der Euro weiterhin nahe seiner jüngsten Höchststände, zeigte jedoch Anzeichen eines nachlassenden Momentums nach der kräftigen Erholung von den Tiefstständen im März. Die Märkte preisen zwar weiterhin eine weitere Straffung durch die Europäische Zentralbank ein, doch ING warnte, dass EUR/USD Schwierigkeiten haben könnte, die Gewinne auszubauen. Die Risiken tendieren eher in Richtung eines kurzfristigen Rücksetzers.

Da in nächster Zeit nur wenige hochkarätige Wirtschaftsdaten anstehen, dürften die Devisenmärkte weiterhin von Verschiebungen der globalen Risikobereitschaft und den Erwartungen an die Zentralbanken getrieben werden. Die jüngsten Kursbewegungen deuten darauf hin, dass die Anleger zunehmend vorsichtiger werden, den Dollar von seinem aktuellen Niveau aus deutlich tiefer zu drücken.

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