ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Pfund auf Zwei-Wochen-Hoch: Dollar schwächelt vor US-Jobdaten

Das britische Pfund steigt auf ein Zwei-Wochen-Hoch, während der Dollar nach dem Sintra-Forum nachgibt und Anleger die US-Arbeitsmarktdaten erwarten.

Pfund auf Zwei-Wochen-Hoch: Dollar schwächelt vor US-Jobdaten

Das britische Pfund hat am Donnerstag ein Zwei-Wochen-Hoch erreicht. GBP/USD kletterte auf 1,3310 Dollar, ein Plus von 0,25 Prozent (Stand 08:04 Uhr ET). Gleichzeitig erholte sich der Euro von seinen Jahrestiefs: EUR/USD stieg um 0,21 Prozent auf 1,1402 Dollar.

Auslöser der Bewegung war ein nachlassender US-Dollar. Der Greenback gab nach, nachdem der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh beim Sintra-Forum der Europäischen Zentralbank keine neuen restriktiven geldpolitischen Signale gesendet hatte. Märkte hatten offenbar auf eine hawkishe Rhetorik gehofft – und wurden enttäuscht.

„Es scheint, als ob die Devisen- und Zinsmärkte etwas zu voreilig waren, als sie gestern in Sintra eine Bestätigung der restriktiven Ansichten von Kevin Warsh erwarteten", kommentierte Chris Turner, Global Head of Markets und Regional Head of Research für UK & CEE bei ING. Turner erklärte, dass die kurzfristigen US-Zinsen daraufhin um 5 bis 6 Basispunkte fielen und der Dollar verkauft wurde – diese Bewegungen seien inzwischen jedoch wieder korrigiert worden.

Alle Augen auf den US-Arbeitsmarktbericht

Der Fokus der Märkte richtet sich nun auf die monatlichen Non-Farm Payrolls für Juni, die ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht werden. Der Konsens der Analysten liegt bei über 115.000 neu geschaffenen Stellen, während die inoffizielle Erwartung – die sogenannte „Whisper Number" – bei fast 140.000 liegt. Die Arbeitslosenquote soll voraussichtlich bei 4,3 Prozent verharren.

ING-Experte Turner sieht den Dollar „relativ gut unterstützt bleiben", sofern es nicht zu einer massiven Verfehlung und deutlichen Abwärtsrevisionen komme. Der Dollar-Index DXY bewege sich im mittleren Bereich und könne bei einem Wert von über 100 die Marke von 101,50/80 testen.

Warsh selbst scheint laut Turner bewusst auf klare Signale zu verzichten: „Warsh scheint damit zufrieden zu sein, die Markterwartungen von den Daten treiben zu lassen und die geldpolitische Debatte intern für die FOMC-Sitzungen zu reservieren."

Pfund-Rally durch Short-Covering, nicht durch Fundamentaldaten

Die Stärke des britischen Pfunds hat wenig mit der britischen Wirtschaftslage zu tun. Bank-of-England-Gouverneur Andrew Bailey schlug in Sintra einen taubenhaften Ton an und verwies auf eine schwächelnde britische Wirtschaft – schloss jedoch unmittelbare Zinssenkungen aus. ING führt die Pfund-Rally stattdessen auf das Eindecken von Short-Positionen zurück.

„Insbesondere Vermögensverwalter hielten einige große Short-Positionen im Pfund", erklärte Turner. Angesichts sinkender Volatilität sehe man „wahrscheinlich eine Liquidation von Positionen." Short-Covering bezeichnet dabei den Rückkauf von Wertpapieren oder Währungen, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt wurden – ein technischer Effekt, der Kurse kurzfristig nach oben treiben kann.

Die britische Innenpolitik spielt für die Märkte derzeit eine untergeordnete Rolle. Erwartet wird, dass Andy Burnham am 20. Juli Labour-Vorsitzender und Premierminister wird. Die Wahl des Schatzkanzlers sowie der erste Haushalt – voraussichtlich Anfang November – gelten als die nächsten relevanten innenpolitischen Katalysatoren. ING wies darauf hin, dass eine potenzielle Ernennung von Ed Miliband zum Schatzkanzler „wahrscheinlich leicht negativ für das Pfund" wäre.

Euro: Erholung mit begrenztem Potenzial

Beim Euro geht ING in seinem Basisszenario davon aus, dass EUR/USD in den kommenden Wochen erneut die Marke von 1,1300 Dollar testen wird. Hintergrund: Die Märkte preisen derzeit eine Zinserhöhung der Fed um 50 Basispunkte in diesem Jahr ein. Die hauseigene ING-Prognose, die keine Fed-Zinserhöhung vorsieht, könnte das Währungspaar bis November oder Dezember jedoch wieder in die Spanne von 1,16 bis 1,18 führen.

Druck auf den Euro entsteht auch durch nachlassende Inflation in der Eurozone: Die Gesamtrate fiel im Juni auf 2,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im Mai. Hinzu kommen taubenhafte Kommentare von EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Das Makro-Team von ING gibt jedoch zu bedenken, dass eine EZB-Zinserhöhung im September – derzeit mit 15 Basispunkten eingepreist – aufgrund auslaufender Energiesubventionen nicht vollständig vom Tisch sei.

Beim Währungspaar EUR/GBP sieht ING den aktuellen Ausbruch nur bis zur Marke von 0,8545/50 reichend. Eine nachhaltige Bewegung würde eine deutlichere taubenhafte Wende der von Bailey geführten BoE-Fraktion erfordern.

Gbp/UsdBritisches PfundUs-DollarNon-Farm PayrollsKevin WarshFed ZinspolitikEur/UsdDevisenmarkt

Disclaimer