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Pfizer und Novo Nordisk liefern sich Milliarden-Bieterkampf um Metsera

Gerichtsverfahren und strategische Interessen prägen den Wettstreit um den Adipositas-Markt der Zukunft

Pfizer und Novo Nordisk liefern sich Milliarden-Bieterkampf um Metsera

Der Bieterkampf zwischen Pfizer und Novo Nordisk um den US-Biotechnologieentwickler Metsera hat sich am Dienstag weiter zugespitzt. Beide Pharmakonzerne legten verbesserte Übernahmeangebote vor, nachdem Metsera das Gebot von Novo Nordisk in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar als überlegen bezeichnet hatte. Der Konflikt, der in der vergangenen Woche mit einem überraschenden Vorstoß von Novo begonnen hatte, entwickelte sich rasch zu einem juristischen Streit. Novo versucht, seine frühere Führungsposition im Markt für Adipositasmedikamente zurückzugewinnen, während Pfizer seine bisherigen Fehlschläge in diesem Segment überwinden möchte.

Pfizer erhöhte sein ursprüngliches Angebot von 7,3 auf 8,1 Milliarden US-Dollar und reichte zwei Klagen gegen Metsera, dessen Vorstand und Novo Nordisk ein. Damit will der Konzern verhindern, dass eine Einigung zwischen den beiden anderen Parteien zustande kommt. Eine Richterin im US-Bundesstaat Delaware erklärte in einer ersten Einschätzung, dass sie derzeit keinen Anlass sehe, sich in das laufende Bieterverfahren einzumischen. Sie setzte jedoch eine weitere Anhörung für Mittwoch an, um den Prozess zu überprüfen.

Für Pfizer bedeutet der Vorstoß einen erneuten Versuch, in einen Markt einzutreten, der Schätzungen zufolge bis Anfang des kommenden Jahrzehnts auf ein jährliches Volumen von 150 Milliarden US-Dollar anwachsen dürfte. Das Unternehmen hob am Dienstag seine Gewinnerwartung für das Jahr 2025 an, kämpft jedoch weiterhin mit sinkenden Umsätzen bei COVID-19-Produkten sowie mit auslaufenden Patenten seiner umsatzstärksten Medikamente.

Novo Nordisk begründete sein Vorgehen damit, dass der Erwerb von Metsera strategisch notwendig sei, um gegenüber Konkurrent Eli Lilly wettbewerbsfähig zu bleiben. Dessen Präparat Zepbound hat den Marktanteil von Wegovy zuletzt deutlich verringert. Novo hatte sein unaufgefordertes Angebot am 30. Oktober abgegeben, nachdem Metsera im September bereits einer Übernahme durch Pfizer zugestimmt hatte.

Metsera-Aktien legten nach der Aussage der Richterin um mehr als 20 % zu, während Pfizer-Papiere leicht nachgaben. Die erste Klage von Pfizer behauptet, dass Novo mit seinem Angebot gegen die bestehende Fusionsvereinbarung verstoße. Metsera erklärte in einem Schreiben, der gerichtliche Eingriff sei unnötig, da der laufende Bietprozess den Aktionären einen Mehrwert biete. Die Richterin deutete Zustimmung an und betonte, das Gericht solle sich nicht in einen Vorgang einmischen, der den Anteilseignern zugutekomme. Pfizer hat nun bis Mittwochabend Zeit, das Angebot von Novo gleichzuziehen.

In einer zweiten Klage wirft Pfizer Novo und Metsera wettbewerbswidriges Verhalten vor. Novo wies die Vorwürfe zurück und betonte, sämtliche Auflagen aus der ursprünglichen Vereinbarung eingehalten zu haben. Unterdessen berichtete Pfizer über ein besser als erwartetes Quartalsergebnis. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,87 US-Dollar, während der Umsatz insgesamt um 6 % auf 16,65 Milliarden US-Dollar sank.

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