Pfizer setzt auf Adipositas-Markt: CEO sieht Viagra-Potenzial
Pfizer-CEO Albert Bourla vergleicht den aufstrebenden Markt für Adipositas-Medikamente mit dem Erfolg von Viagra. Nach der 10-Milliarden-Dollar-Übernahme von Metsera plant der Konzern aggressive Expansion in diesem Segment.

Pfizer bereitet sich auf einen milliardenschweren Verbrauchermarkt für Adipositas-Medikamente vor, der dem legendären Erfolg von Viagra ähneln könnte. Das kündigte CEO Albert Bourla auf der J.P. Morgan Healthcare Conference in San Francisco an.
Überraschende Marktentwicklung
Bei der Übernahme des Adipositas-Spezialisten Metsera im September 2025 für bis zu 10 Milliarden Dollar hatte Pfizer die Dynamik des Marktes noch unterschätzt. "Sowohl Lilly als auch Novo präsentierten ihre Umsätze und verzeichneten signifikante Verkäufe außerhalb des Erstattungssystems", erklärte Bourla. Der Konzern hatte ursprünglich nur mit begrenzten Umsätzen außerhalb der USA gerechnet.
Doch die Realität übertraf alle Erwartungen. "Jetzt sehen wir, dass dies fast wie bei Viagra funktioniert, wo die Leute bereit waren, dafür zu bezahlen und es zu kaufen, obwohl es überhaupt nicht erstattet wurde", so der CEO. Der Markt für Adipositas-Medikamente wird derzeit von Eli Lilly und Novo Nordisk dominiert, wobei Patienten bereit sind, die Kosten selbst zu tragen.
Aggressive Studienpläne
Pfizer plant bis Ende 2025 den Start von zehn verschiedenen Phase-3-Studien mit Adipositas-Wirkstoffen von Metsera. Eine erste Studie läuft bereits seit November. "Wir setzen voll auf Adipositas", betonte Bourla. "Wir haben investiert. Wir verfügen über gute Expertise im kommerziellen Bereich, gute Expertise in der Entwicklung und gute Expertise in der Forschung."
Der Pharmariese gewann die Übernahme von Metsera nach einem Bieterkampf gegen Konkurrent Novo Nordisk. Die Investition ist Teil der Strategie, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln, nachdem wichtige Patente auslaufen und die COVID-19-Umsätze zurückgehen.
Herausfordernde Übergangsphase
Pfizer rechnet erst 2029 wieder mit Umsatzwachstum. Die kommenden Jahre werden durch Patentabläufe, sinkende COVID-Einnahmen und Preissenkungen für US-Regierungsprogramme belastet. Als erstes großes Pharmaunternehmen unterzeichnete Pfizer eine Vereinbarung mit der Trump-Administration, die Medicaid-Preise im Austausch gegen dreijährige Zollentlastung zu senken.
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Zur AktienanalyseDruck auf europäische Märkte
Bourla kündigte an, die neuen Regierungsvereinbarungen zu nutzen, um Druck auf europäische Länder auszuüben. "Senken Sie die US-Preise auf das Niveau Frankreichs oder stellen Sie die Lieferung nach Frankreich ein? Sie stellen die Lieferung nach Frankreich ein", erklärte er provokant. Die Regelung verpflichtet Hersteller, neue Medikamente in den USA zum gleichen Preis wie im Ausland anzubieten.
Pfizer entwickelte und verkaufte Viagra jahrelang erfolgreich, gliederte das Geschäft jedoch 2020 aus. Das Medikament wird heute größtenteils als Generikum vertrieben.

