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Petra Diamonds prüft Optionen für Finsch-Mine und setzt Cullinan-Prognose aus

Kostendruck, schwache Diamantenpreise und steigende Nettoverschuldung zwingen den Londoner Bergbaukonzern zum Handeln.

Petra Diamonds prüft Optionen für Finsch-Mine und setzt Cullinan-Prognose aus

Petra Diamonds, an der Londoner Börse notierter Diamantenproduzent, hat eine sofortige Überprüfung zur Senkung von Kosten und Investitionsausgaben (Capex) eingeleitet. Ziel ist es, die Liquidität der Gruppe zu sichern. Gleichzeitig erwägt das Unternehmen, weitere Investitionen in seiner südafrikanischen Finsch-Mine auszusetzen.

Das geht aus einem operativen Update für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 hervor, das am 31. März endete. Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum zwar auf 68 Millionen US-Dollar – gestützt durch den Verkauf eines blauen Typ-IIb-Diamanten mit 41,82 Karat –, doch die Preise stehen weiterhin unter erheblichem Druck. Besonders betroffen sind die kleineren Größenklassen im Produktmix beider Minen.

Zusätzlich belasteten externe Faktoren das Quartalsergebnis. Die Ausschreibungen (Tenders) sahen sich aufgrund des Nahostkonflikts mit Gegenwind konfrontiert, da es zu Reiseunterbrechungen kam. Auch die Aufwertung des südafrikanischen Rand – der im Quartal im Durchschnitt bei 16,34 Rand pro US-Dollar lag – drückte auf die Cash-Generierung des Konzerns.

Nettoverschuldung steigt, Kreditlinie vollständig ausgeschöpft

Die finanzielle Lage des Unternehmens hat sich im Berichtszeitraum weiter verschlechtert. Die Nettoverschuldung stieg zum Ende des dritten Quartals auf 298 Millionen US-Dollar, verglichen mit 284 Millionen US-Dollar zum 31. Dezember 2025. Besonders kritisch: Die revolvierende Kreditfazilität der Gruppe ist vollständig ausgeschöpft.

Petra bewertet derzeit die finanzielle Situation der Finsch-Mine und die damit verbundenen Auswirkungen. Dieser Prozess soll im Laufe des Monats Mai abgeschlossen werden. Abhängig vom Ergebnis werden alle Optionen geprüft – einschließlich operativer Kostensenkungen und weiterer Maßnahmen in Bezug auf Finsch. Das Unternehmen warnt jedoch, dass der Abschluss der Bewertung erheblich länger dauern könnte als derzeit erwartet.

Cullinan-Mine: Produktionsprognose ausgesetzt

Für die Cullinan-Mine – ebenfalls in Südafrika gelegen und weltbekannt für die Förderung außergewöhnlicher Diamanten – hat Petra die Produktionsprognose für das Gesamtjahr ausgesetzt. Aufgrund der laufenden Überarbeitung der Betriebspläne geht das Unternehmen nicht davon aus, die zuvor kommunizierte Prognose für die Karat-Produktion im Gesamtjahr zu erreichen.

Stattdessen verlagert Petra den Fokus bei Cullinan auf die Maximierung der Produktion in den östlichen Bereichen des sogenannten C-Cut. Diese Zonen sind dafür bekannt, hochwertige Typ-II-Diamanten zu enthalten. Die Strategie zielt darauf ab, den Produktmix der Mine widerstandsfähiger gegenüber der anhaltenden Schwäche bei kleineren Größenklassen zu machen.

Die operative Leistung der Cullinan-Mine wurde im Quartal durch Stromunterbrechungen infolge widriger Wetterbedingungen sowie durch die Verschlechterung untertägiger Straßenverhältnisse durch Wassereintritt beeinträchtigt. Dies beeinflusste die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Maschinen. Das insgesamt verarbeitete Erz sank im Vergleich zum Vorquartal um 4 Prozent auf 1,5 Millionen Tonnen.

Interims-CEOs betonen Liquiditätsschutz

Die Interims-Co-CEOs Vivek Gadodia und Juan Kemp kommentierten die Lage und erklärten: „Wir evaluieren auch das angemessene Kapitalprofil für die Cullinan-Mine und erkennen die Notwendigkeit an, den Schutz der Liquidität mit der künftigen Produktionsstabilität in Einklang zu bringen." Sie hoben gleichzeitig eine stabile operative Leistung für das März-Quartal hervor, wobei die Finsch-Mine weitgehend planmäßig abschnitt.

Positiv zu vermerken ist, dass sich die Entwicklung des Fördergrades (Run-of-Mine) bei der Finsch-Mine weiter verbesserte. Dennoch steht Petra Diamonds vor einer schwierigen Abwägung: Der Konzern muss kurzfristig die Liquidität sichern, ohne dabei die langfristige Produktionsstabilität seiner beiden wichtigsten Minen zu gefährden. Die Ergebnisse der laufenden Bewertungen dürften für Investoren in den kommenden Wochen richtungsweisend sein.

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