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Peru wählt: Stichwahl zwischen Links und Rechts am 7. Juni

Am 7. Juni entscheiden die Peruaner zwischen dem Linkspolitiker Roberto Sanchez und der Konservativen Keiko Fujimori über die Präsidentschaft.

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Peru wählt: Stichwahl zwischen Links und Rechts am 7. Juni

Peru steht vor einer richtungsweisenden Stichwahl: Am 7. Juni treten der Linkspolitiker Roberto Sanchez und die Konservative Keiko Fujimori gegeneinander an. Das Ergebnis der ersten Runde vom 12. April stand erst nach fast einem Monat fest – ein Zeichen für die tief verwurzelte politische Instabilität des Landes. Peru hat innerhalb eines Jahrzehnts acht Präsidenten verschlissen. Der neue Staatschef soll sein Amt am 28. Juli antreten.

Das Land ist für internationale Investoren und Rohstoffmärkte von erheblicher Bedeutung: Peru gehört zu den weltweit größten Kupferproduzenten und ist ein bedeutender Exporteur anderer kritischer Mineralien. Entsprechend aufmerksam beobachten Finanzmärkte den Ausgang der Wahl.

Chaos in der ersten Runde

Die Wahl am 12. April verlief alles andere als reibungslos. Verzögerungen bei der Stimmzettelzustellung und der verspätete Aufbau von Wahllokalen hinderten Tausende Bürger an der Stimmabgabe. In einigen Gebieten, darunter Teile der Hauptstadt Lima, wurde die Wahl auf einen zweiten Tag verlängert.

Die schleppende Auszählung befeuerte Betrugsvorwürfe mehrerer Kandidaten. Beobachter der Europäischen Union fanden jedoch keine Beweise für Unregelmäßigkeiten. Roberto Burneo, Leiter der Nationalen Wahljury Perus, räumte ein, dass das Vertrauen in das Wahlsystem nach den Verzögerungen gesunken sei. Dies führte zum Rücktritt und zu Ermittlungen gegen den Chef einer separaten Wahlbehörde.

Die Behörden haben Maßnahmen ergriffen, um eine Wiederholung der Probleme zu vermeiden. Dazu gehören die Beauftragung eines neuen Logistikunternehmens für die Stimmzettelverteilung sowie die Einrichtung eines neuen Ausschusses zur Risikoidentifizierung. Burneo warnte dennoch, dass die Ergebnisse der Stichwahl aufgrund eines potenziell knappen Rennens und möglicher Neuauszählungsforderungen „etwa einen Monat" auf sich warten lassen könnten.

Die Kandidaten und ihre wirtschaftspolitischen Positionen

Fujimori, die mit 17,19 Prozent der Stimmen aus der ersten Runde als Favoritin hervorging, kandidiert zum vierten Mal für das Präsidentenamt. Sie ist die Tochter des verstorbenen ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori. Ihre Wirtschaftspolitik setzt auf Stabilität, Respekt vor Privateigentum und die Stärkung der Beziehungen zu den USA. Als Leiter ihres Wirtschaftsteams ernannte sie Luis Carranza, einen ehemaligen Finanzminister und früheren Direktor der lateinamerikanischen Entwicklungsbank CAF – ein klares Signal an die Märkte.

Sanchez, ehemaliger Außenhandelsminister, erhielt in der ersten Runde 12,03 Prozent der Stimmen. Er fordert eine Überprüfung von Bergbauverträgen, eine Anhebung des Mindestlohns und eine neue Verfassung – Vorhaben, die an den Finanzmärkten für Unruhe gesorgt haben. Um Investoren zu beruhigen, zog er den ehemaligen Wirtschaftsminister Pedro Francke hinzu, der versicherte, eine Regierung unter Sanchez würde bestehende Verträge respektieren.

Beide Kandidaten positionieren sich unterschiedlich gegenüber den wichtigsten Handelspartnern China und USA. Sanchez plädiert für offene internationale Partnerschaften, jedoch zu „gerechteren" Bedingungen, und betont Umweltschutz sowie eine bessere Umverteilung der Bergbaueinnahmen. Fujimori hingegen will gezielt US-Investitionen anziehen und die Beziehungen zu Washington stärken – ein Ansatz, den Analysten als Fortsetzung traditioneller westlicher Partnerschaften einordnen.

Neues Zweikammersystem erschwert Regierungsbildung

Die Aprilwahl führte zudem erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Zweikammersystem ein: ein Unterhaus mit 130 Sitzen und ein Senat mit 60 Sitzen. Keine Partei errang in einer der beiden Kammern eine Mehrheit – ein Muster, das die Regierungsführung in Peru traditionell erschwert und zu häufigen Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidenten geführt hat.

Rechtsgerichtete Parteien, die Fujimori nahestehen, könnten in beiden Kammern über eine knappe Mehrheit verfügen. Nach dem neuen System erfordert die Absetzung eines Präsidenten die Zustimmung beider Kammern, wobei der Senat als letzter Filter fungiert. Dies könnte künftig politische Stabilität fördern – oder neue Blockaden erzeugen.

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