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PepsiCo setzt 35 fahrerlose Lkw auf US-Straßen ein

Der Konsumgüterriese liefert Doritos und Chips in Arizona bereits vollständig autonom – ohne Fahrer am Steuer.

Ein 26.000 Pfund schwerer Sattelschlepper, beladen mit Doritos und Frito-Lay-Chips, verlässt ein Distributionszentrum in Phoenix und steuert auf eine rund vier Meilen entfernte Walmart-Filiale zu. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Lieferwagen wirkt, ist in Wirklichkeit ein Meilenstein der Logistikbranche: Am Steuer sitzt niemand.

PepsiCo betreibt in Arizona bereits 35 solcher fahrerlosen Lastwagen im regulären Alltagsbetrieb. Damit ist der Konzern das erste große US-Konsumgüterunternehmen, das den realen, großflächigen Einsatz autonomer Lkw auf öffentlichen Straßen offiziell bekannt gibt. Die Fahrzeuge befahren belebte Highways und Ortsstraßen und transportieren PepsiCo-Produkte zwischen Abfüllanlagen, Lagerhäusern und Einzelhandelsgeschäften wie Walmart und Dollar General.

Technologie von Gatik im Einsatz

Die eingesetzten Fahrzeuge sind mit Sensoren und Computersystemen des Unternehmens Gatik ausgestattet, einem Spezialisten für autonome Lkw-Technologie. Gatik liefert damit die technische Grundlage für einen Betrieb, der laut PepsiCo weit über experimentelle Testläufe hinausgeht. Jim Farrell, Senior Vice President of Supply Chain bei PepsiCo, betonte die Ernsthaftigkeit des Projekts: „Diese Abläufe, die wir heute betreiben, sind real. Sie laufen in mehreren Märkten in einem Live-Netzwerk und nicht in einer Art experimentellen Testumgebung."

Zum Vergleich: Mindestens neun Unternehmen für autonome Lastwagen sind bereits in den Süd- und Süd-Zentralstaaten der USA tätig, insbesondere in Texas. Viele dieser Anbieter setzen jedoch noch menschliche Überwachungspersonen am Steuer ein oder beschränken sich auf begrenzte Testläufe. PepsiCo geht mit seinem Ansatz einen entscheidenden Schritt weiter.

Vergleich mit Waymo und Tesla

Der Betrieb von PepsiCo steht technologisch auf einer Stufe mit den Herausforderungen, die von fahrerlosen Personentaxis wie jenen von Waymo oder Tesla bewältigt werden müssen – mit dem wesentlichen Unterschied, dass es sich hier um deutlich schwerere und größere Fahrzeuge handelt. Ein vollbeladener Sattelschlepper bringt andere physikalische und sicherheitstechnische Anforderungen mit sich als ein kompaktes Robotaxi im Stadtverkehr.

Für die deutsche Logistik- und Automobilbranche ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Deutschland gilt als einer der wichtigsten Lkw-Märkte weltweit, und Hersteller wie Daimler Truck oder MAN arbeiten ebenfalls intensiv an autonomen Fahrzeuglösungen. Der Schritt von PepsiCo zeigt, dass der kommerzielle Einsatz autonomer Schwerlastfahrzeuge keine ferne Zukunftsvision mehr ist, sondern bereits gelebte Realität im US-amerikanischen Alltag.

Die Entwicklung dürfte den Druck auf die gesamte Branche erhöhen, den Übergang von der Testphase in den Regelbetrieb zu beschleunigen – und wirft gleichzeitig Fragen zur Zukunft von Lkw-Fahrerjobs auf, einer der meistbesetzten Berufsgruppen in den USA.

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