PepsiCo gewinnt Konsumenten zurück: Kann die Branche folgen?
Mit Preissenkungen und mehr Marketing gelingt PepsiCo ein seltenes Comeback – und zeigt der gesamten Lebensmittelindustrie einen möglichen Ausweg.

PepsiCo hat etwas geschafft, das in der Lebensmittelindustrie derzeit als äußerst selten gilt: Das Unternehmen hat die Konsumenten zurückgewonnen. Nach Jahren aggressiver Preiserhöhungen, die Käufer in Scharen zu günstigeren Handelsmarken trieben, zeigt die neue Strategie des Konzerns erste messbare Erfolge.
In der vergangenen Woche meldete der Lebensmittel- und Getränkeriese einen Quartalsgewinn, der die Erwartungen übertraf. Zugleich bestätigte PepsiCo seine Prognose für das Gesamtjahr – ein Signal der Stabilität in einem schwierigen Marktumfeld.
Frito-Lay als Wachstumstreiber
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in der nordamerikanischen Lebensmittelsparte. Zu ihr gehören bekannte Marken wie Lay's und Doritos, die unter dem Dach des Snack-Imperiums Frito-Lay gebündelt sind. Nach mehreren aufeinanderfolgenden Quartalen mit Absatzrückgängen verzeichnete diese Sparte nun ein Volumenwachstum von 2 Prozent. Das internationale Geschäft legte sogar noch schneller zu.
Was diesen Erfolg besonders hervorhebt: Die unternehmensweiten Margen stiegen trotz der Preissenkungen und höherer Investitionen in Marketing und Innovationen. Das zeigt, dass PepsiCo über ausreichend finanziellen Spielraum verfügt, um diese Strategie konsequent umzusetzen – ein Vorteil, den nicht alle Wettbewerber in gleichem Maße besitzen.
Eine Branche im Umbruch
Die gesamte Lebensmittelindustrie steht vor einer ähnlichen Herausforderung. In den vergangenen Jahren hatten viele Hersteller die Preise so aggressiv angehoben, dass Verbraucher zunehmend zu günstigeren Eigenmarken der Supermärkte wechselten und insgesamt weniger kauften. Die Folge: spürbare Absatzverluste bei etablierten Markenartiklern.
Nun versucht die Branche, diesen Trend umzukehren. Die Strategie lautet: Preise senken, stärker in Marketing investieren und durch Innovationen neue Kaufanreize schaffen. In der Theorie klingt das überzeugend. In der Praxis erweist sich die Umsetzung jedoch als äußerst schwierig – vor allem für Unternehmen mit geringeren Margen und weniger starken Marken.
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Zur AktienanalysePepsiCo gilt in diesem Kontext als Vorreiter. Der Konzern verfügt dank seines gewaltigen Snack-Portfolios über mehr Spielraum als die meisten Konkurrenten. Der effektive Einsatz von Preissenkungen könnte nun richtungsweisend für die gesamte Branche sein – und zeigen, wie Markenhersteller verlorenes Terrain gegenüber Eigenmarken zurückgewinnen können.
Für deutsche Anleger und Verbraucher ist diese Entwicklung relevant: Auch hierzulande haben Discounter und Handelsmarken in den vergangenen Jahren stark von der Kaufzurückhaltung bei Markenprodukten profitiert. Ob das PepsiCo-Modell auf europäische Verhältnisse übertragbar ist, bleibt abzuwarten – die Richtung ist jedoch klar vorgegeben.

