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Pentagon verleiht 500 Millionen Dollar für US-Seltenerd-Raffinerie

Das US-Verteidigungsministerium finanziert mit Phoenix Tailings eine milliardenschwere Anlage zur inländischen Verarbeitung Seltener Erden.

Pentagon verleiht 500 Millionen Dollar für US-Seltenerd-Raffinerie

Das Office of Strategic Capital (OSC) des US-Verteidigungsministeriums hat dem Unternehmen Phoenix Tailings eine bedingte Darlehenszusage in Höhe von 500 Millionen US-Dollar erteilt. Die Finanzierung bildet das Fundament einer öffentlich-privaten Initiative mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde US-Dollar. Ziel ist der Bau einer inländischen Anlage zur Trennung und Metallisierung Seltener Erden in den Vereinigten Staaten.

Das Projekt trägt den Namen „Freedom Facility" und soll einen kritischen Engpass im sogenannten Midstream-Bereich der Lieferkette schließen. Dieser Bereich verbindet Rohstoffproduzenten wie Minen und Recyclingunternehmen mit nachgelagerten Magnetherstellern und industriellen Endabnehmern. Betroffen sind insbesondere Permanentmagnete, Verteidigungssysteme und die fortschrittliche Fertigung – Bereiche, die für die nationale Sicherheit der USA von zentraler Bedeutung sind.

Die Finanzierungsstruktur kombiniert das langfristige staatliche Darlehen in Höhe von 500 Millionen US-Dollar mit privatem Kapital in gleicher Höhe. Die Aufnahme des Betriebs ist für das Jahr 2028 angestrebt. Phoenix Tailings betreibt derzeit Verarbeitungsanlagen in Burlington (Massachusetts) und Exeter (New Hampshire) und ist auf die Midstream-Verarbeitung Seltener Erden spezialisiert.

Strategische Bedeutung für die US-Verteidigungsindustrie

David A. Lorch, Direktor des Office of Strategic Capital und leitender Berater des stellvertretenden Verteidigungsministers Steve Feinberg, betonte die Dringlichkeit des Vorhabens: „Die Unterstützung der inländischen Verarbeitung kritischer Mineralien und Seltener Erden ist ein Schwerpunkt des OSC. Die Midstream-Verarbeitungskapazitäten für Seltene Erden, die Phoenix Tailings repräsentiert, sind zentrale Mangelbereiche, die rasch angegangen werden müssen."

Die geplante Freedom Facility ist für die Verarbeitung verschiedener Rohstoffarten ausgelegt. Dazu zählen chemische Konzentrate, recycelte Materialien sowie Sekundärquellen. Unternehmensvertreter erklärten, dass die Anlage auf im Inland kontrollierten Technologien und geistigem Eigentum basieren wird, um die Abhängigkeit von ausländischen Akteuren gezielt zu begrenzen.

Nicholas Myers, CEO und Mitbegründer von Phoenix Tailings, unterstrich die übergeordnete Bedeutung des Projekts: „Diese Mission ist wichtiger als jedes einzelne Unternehmen. Es geht darum, die amerikanische Industrie zu stärken, kritische Lieferketten zu sichern und zu gewährleisten, dass unsere Nation über die Ressourcen verfügt, die sie zum Gedeihen benötigt."

G7-Gipfel setzt klare Ziele gegen Importabhängigkeit

Das Projekt fügt sich in einen breiteren geopolitischen Kontext ein. Auf dem jüngsten G7-Gipfel in Frankreich gaben die USA und ihre Verbündeten eine gemeinsame Erklärung ab. Darin verpflichteten sie sich, sicherzustellen, dass bis 2030 kein einzelnes externes Land mehr als 60 Prozent der Importe von Seltenen Erden und Permanentmagneten liefern kann.

Für deutsche und europäische Anleger ist das Thema Seltene Erden ebenfalls von wachsender Relevanz. Die Abhängigkeit westlicher Industrienationen von einzelnen Lieferländern gilt als strategisches Risiko – sowohl für die Verteidigungsindustrie als auch für die Elektromobilität und die Energiewende. Das US-Engagement zeigt, dass Regierungen zunehmend bereit sind, erhebliche staatliche Mittel einzusetzen, um diese Abhängigkeiten zu reduzieren.

Verteidigungsbehörden haben dem sogenannten Reshoring – also der Rückverlagerung von Produktionskapazitäten ins Inland – bei kritischen Metallen zuletzt deutlich höhere Priorität eingeräumt. Das Ziel: die heimische industrielle Basis vor Handelsstörungen und geopolitischen Risiken zu schützen. Die Freedom Facility soll dabei ein zentrales Element der neuen US-Strategie für kritische Mineralien werden.

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