ANZEIGE

Penny kämpft um Wachstum: Rewes Discounter setzt auf neue Strategie

Mit App, Markthallen-Konzept und neuem Image will Penny-Chef Görgens den kleinsten Rewe-Discounter wieder auf Wachstumskurs bringen.

•• 4 Min
Penny kämpft um Wachstum: Rewes Discounter setzt auf neue Strategie

Penny ist der kleinste Discounter im Rewe-Konzern – und der mit dem schwächsten Wachstum. Nur 0,7 Prozent Umsatzplus verzeichnete die Kölner Kette im Jahr 2025, das schlechteste Ergebnis aller großen deutschen Lebensmittelhändler. Doch Penny-Chef Stefan Görgens hat einen Plan, wie sich das ändern soll.

Görgens, 44, führt Penny Deutschland seit Oktober 2022. Zuvor war er fünf Jahre lang für den Discounter tätig – und davor mehrere Jahre als McKinsey-Berater, ausgerechnet für den Kunden Penny. Er kennt das Unternehmen also von innen und außen. Und er kennt auch die dunklen Kapitel: die große Penny-Krise Anfang der 2010er-Jahre, als der Discounter Hunderte Millionen Euro Verlust einfuhr und rund 300 seiner damals fast 2.400 Filialen schließen musste.

Der härteste Markt Europas

Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel (LEH) gilt als der umkämpfteste in ganz Europa. Rund 85 Prozent des Marktes werden laut Monopolkommission von nur vier großen Händlern kontrolliert: Edeka (mit Netto), Rewe (mit Penny), die Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland) sowie Aldi Süd und Aldi Nord. Die Kommission warnte 2025 vor einer „besorgniserregenden" Marktkonzentration.

Branchenexperte Carsten Kortum, Studiengangleiter Food-Management an der DHBW Heilbronn und ehemaliger Lidl-Manager, bringt es auf den Punkt: „Die Filialanzahl der großen Vier verändert sich kaum noch in Deutschland. Eine weitere Verdichtung ergibt kaum Sinn. Die Wachstumspläne dieser Händler sind in Deutschland eigentlich abgeschlossen." Kein Wunder – Deutschland ist das Mutterland des modernen Lebensmittel-Discounters, und deutsche Kunden sind entsprechend preissensibel erzogen worden.

Penny betreibt derzeit 2.130 Märkte und rangiert damit am Ende der Branchentabelle – sowohl beim Umsatz als auch beim Wachstum. Der Umsatz pro Filiale liegt bei 4,6 Millionen Euro, während Lidl und Aldi fast zehn Millionen Euro pro Markt erzielen – mehr als doppelt so viel. Ein wesentlicher Grund: Viele Penny-Filialen befinden sich in Innenstadtlagen ohne Parkplatz, mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von nur 740 Quadratmetern – den kleinsten Flächen aller Discounter.

Das Markthallen-Konzept als Imagewandel

Penny leidet bis heute unter einem Imageproblem, das unter anderem auf eine Spiegel-TV-Dokumentation aus dem Jahr 2007 zurückgeht. Der Film über den Kiez-Penny auf der Hamburger Reeperbahn – mit Obdachlosen, Betrunkenen und Partytouristen – wurde millionenfach geklickt und zu einem Internet-Meme. Auf YouTube haben die Videos mehr als 30 Millionen Aufrufe gesammelt. Für Görgens ist das „Fluch und Segen zugleich": Die Filme machten Penny bekannt, aber das damit verbundene Milieu-Image aus den Köpfen der Menschen zu bekommen, sei „ein Marathon".

Sein Gegenmittel heißt Markthallen-Konzept. Statt langer Quergänge setzt Penny auf eine Nischenstruktur mit kürzeren Regalen und Wareninseln. Die Regale sind etwas niedriger, die Deckenschilder größer und übersichtlicher. Ziel ist es, Kunden am gesamten Sortiment vorbeizuführen – denn im klassischen Gangkonzept erledigten viele Kunden ihre Einkäufe nur im „Außenkranz" und betraten einzelne Gänge kaum. Penny führt nach eigenen Angaben 3.700 Artikel – mehr als Lidl und Aldi – und will dieses Sortiment künftig besser sichtbar machen.

Seit dem Start des Umbau-Programms vor fünf Jahren hat Penny bereits 1.500 seiner Märkte – mehr als zwei Drittel – renoviert. Ein typischer Filialumbau kostet zwischen 250.000 und 350.000 Euro. Görgens zufolge lohnt sich das Investment: „Es gibt Standorte, wo wir uns innen und außen neu aufstellen, da machen wir hinterher bis zu 25 Prozent mehr Umsatz."

Abschied von Payback, Aufbau einer eigenen App

Ein weiterer zentraler Baustein der Neuausrichtung ist die eigene Penny-App, die im Oktober 2024 startete. Zum Jahresende 2024 beendeten Rewe und Payback ihre langjährige Zusammenarbeit; Payback wechselte zu Edeka und Netto. Für Penny bedeutete das zunächst Schmerzen: Der Wegfall des Kundenbindungsprogramms war nach Görgens' eigener Einschätzung ein wesentlicher Faktor für das schwache Wachstum von 0,7 Prozent im Jahr 2025.

Der Unterschied zum alten System ist grundlegend: Während Payback-Punkte den Umsatz nicht direkt schmälern, gewährt die Penny-App Sofortrabatte in Euro und Cent direkt an der Kasse – was bilanziell als Umsatzminderung wirkt. Dieser Effekt sei laut Görgens einkalkuliert gewesen. Hinzu kamen Kunden, die Penny Anfang 2025 zugunsten von Payback-Partnern verließen – „aber diese Kundinnen und Kunden kommen mittlerweile wieder zu uns zurück", so Görgens.

Inzwischen nutzen rund acht Millionen Menschen die Penny-App. Und die App-Kunden kaufen mehr ein als frühere Payback-Kunden: „Wir erreichen in manchen Filialen heute schon Umsatzanteile, wo wir mit Payback nach sechseinhalb Jahren ausgestiegen sind", sagt Görgens.

Vorsichtige Expansion ab 2026

Görgens gibt sich für die Zukunft vorsichtig optimistisch. „2025 war ein Investitionsjahr", sagt er – die erste Ernte will er 2026 einfahren. Penny plant eine behutsame Expansion mit einer „einstelligen Anzahl an Märkten pro Jahr". Das Wachstumspotenzial sieht Görgens vor allem dort, wo Fachhandel wie Metzgereien und Bäckereien schließen und deren Kunden einen neuen Nahversorger suchen.

Die Ausgangslage bleibt herausfordernd: Lidl startete im Mai 2025 mit der „größten Preissenkung aller Zeiten" eine Offensive gegen Aldi – eine Aussage, die ein Gericht später als „irreführend" zurückwies, die aber den Preiskampf im deutschen LEH eindrucksvoll illustriert. In diesem Umfeld muss Penny beweisen, dass Markthallen-Optik, App-Loyalität und urbane Nähe mehr sind als Marketing – sondern echte Wachstumstreiber.

Penny DiscounterRewe Penny WachstumPenny AppLebensmitteleinzelhandel DeutschlandMarkthallen KonzeptPenny Stefan GörgensDiscounter Marktanteile

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  4. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor
  5. Nvidia, Datadog und Goldminen glänzen auf IBD-Bestenlisten

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.