Pelabresib-Studie: Hoffnung auf Zulassung, aber Aktienkurs stürzt ab
Morphosys' vielversprechendes Medikament zeigt Erfolg in der Myelofibrose-Behandlung, dennoch Zweifel an der Marktfähigkeit

Das deutsche Biotechnologieunternehmen Morphosys hat mit Spannung erwartete Studiendaten zu seinem vielversprechenden Medikamentenhoffnungsträger Pelabresib veröffentlicht. Trotz erfreulicher Ergebnisse brach der Aktienkurs des Unternehmens am Dienstagmorgen um bis zu 32 Prozent auf 14,52 Euro ein und erholte sich danach nur minimal, etwa 27 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortags.
Die Studiendaten zeigten, dass Pelabresib sein Hauptziel erreicht hat, was die Behandlung einer seltenen bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, der Myelofibrose, betrifft. Das Medikament führte zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des Milzvolumens, was das primäre Studienziel darstellte. Myelofibrose ist eine Erkrankung, bei der das blutbildende Knochenmark von Bindegewebe verdrängt wird, wodurch die Blutbildung zunehmend in der Milz stattfindet, was zu einer starken Vergrößerung des Organs führt.
Trotz dieser positiven Ergebnisse erreichte Pelabresib jedoch nicht alle sekundären Ziele zur Bewertung der Symptomreduzierung. Eine statistische Signifikanz wurde nur bei Patienten mit einem intermediären Risiko festgestellt, die jedoch mehr als 90 Prozent der insgesamt 430 Studienteilnehmer ausmachten.
Die Analysten von JP Morgan sehen immer noch eine Chance auf Zulassung, jedoch möglicherweise nur für diese spezielle Patientengruppe. Dies könnte das kommerzielle Potenzial des Medikaments zwar einschränken, aber dennoch Milliardenumsätze ermöglichen.
Morphosys bewertete die Studiendaten positiv und plant, im kommenden Jahr die Zulassung von Pelabresib in den USA und Europa zu beantragen. "Wichtig ist, dass wir bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten in der Studie eine signifikante Verbesserung der Symptome feststellen konnten", betonte Vorstandschef Jean-Paul Kress. Detaillierte Studienergebnisse sollen auf einem Fachkongress im Dezember veröffentlicht werden.
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Zur AktienanalyseBisher hat Morphosys nur ein eigenes Medikament, das Krebsmittel Monjuvi, auf dem Markt. Mit Pelabresib hofft das Unternehmen, einen neuen Behandlungsstandard etablieren zu können. Dieses Mittel wurde durch die Übernahme des US-Krebsspezialisten Constellation Pharma für 1,7 Milliarden Dollar gesichert.
In den letzten Jahren war das 2012 zugelassene Medikament Jakavi von Novartis das einzige Arzneimittel in diesem Indikationsgebiet. Allerdings kommt es bei etwa der Hälfte der Jakavi-Patienten nach zwei bis fünf Jahren zu einem Verlust des Therapieansprechens. Morphosys sieht daher in diesem Markt großes Potenzial und eine Möglichkeit, sein Ziel, bis 2026 profitabel zu werden, zu erreichen.


