PCE-Inflation im April schwächer als erwartet – S&P 500 Futures erholen sich
Das bevorzugte Inflationsmaß der Fed fiel milder aus als befürchtet – und gibt der Wall Street etwas Erleichterung.

Das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve ist im April weniger stark gestiegen als von Ökonomen erwartet. Dennoch kletterte die 12-Monats-Inflationsrate auf den höchsten Stand seit Ende 2023 – ein Signal, das Anleger und Notenbanker gleichermaßen aufhorchen lässt.
Der sogenannte PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures) gilt als das wichtigste Inflationsbarometer der Fed. Anders als der bekannte Verbraucherpreisindex CPI berücksichtigt der PCE die tatsächlichen Ausgabengewohnheiten der Konsumenten und passt sich dynamisch an Veränderungen im Kaufverhalten an. Genau deshalb orientiert sich die Federal Reserve bei ihren geldpolitischen Entscheidungen bevorzugt an diesem Maß.
Erleichterung an der Wall Street
Der schwächer als befürchtete Anstieg des PCE-Index dürfte die Inflationssorgen an den Finanzmärkten zumindest vorübergehend etwas dämpfen. Investoren hatten zuletzt mit Blick auf mögliche weitere Zinserhöhungen der Fed zunehmend nervös reagiert. Ein überraschend hoher Inflationswert hätte den Druck auf die Notenbank erhöht, die Leitzinsen erneut anzuheben.
Die Futures auf den S&P 500 reagierten positiv auf die Daten und machten leichte vorbörsliche Verluste wett. Der breite US-Leitindex befindet sich damit auf Kurs, seine seit sechs Handelstagen anhaltende Gewinnserie fortzusetzen – eine bemerkenswerte Stabilität angesichts des herausfordernden Zinsumfelds.
Auch die Ölpreise zogen am frühen Donnerstag wieder an, nachdem sie zuvor unter Druck geraten waren. Steigende Energiepreise gelten als ein wichtiger Treiber der Gesamtinflation und werden von der Fed bei der Beurteilung der Preisstabilität genau beobachtet.
Höchster 12-Monats-Wert seit Ende 2023
Trotz der positiven Überraschung beim monatlichen Anstieg bleibt die Lage angespannt: Die Jahresrate des PCE-Index erreichte den höchsten Stand seit Ende 2023. Dies zeigt, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen ist und die Fed weiterhin unter Zugzwang steht.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger ist die US-Geldpolitik von besonderer Bedeutung, da Entscheidungen der Federal Reserve globale Auswirkungen auf Aktienmärkte, Anleiherenditen und Wechselkurse haben. Ein höheres Zinsniveau in den USA zieht typischerweise Kapital aus anderen Märkten ab und belastet internationale Aktienindizes – darunter auch DAX und Euro Stoxx 50.
Die Frage, ob die Fed angesichts der hartnäckig erhöhten Inflation die Zinsen weiter anheben wird oder eine Pause einlegt, bleibt damit das bestimmende Thema an den globalen Finanzmärkten. Der April-PCE-Bericht liefert zwar etwas Entlastung, löst die grundlegende Unsicherheit jedoch nicht auf.


