Paul Weiss: Epstein-Affäre stürzt Kanzleichef Brad Karp nach 18 Jahren
Interne Revolte bei renommierter US-Großkanzlei führt zu überraschendem Führungswechsel an der Spitze

Brad Karp, der 18 Jahre lang eine der größten US-Anwaltskanzleien leitete, musste seinen Posten als Vorsitzender von Paul Weiss räumen. Der Grund: neue E-Mails, die eine weitreichendere Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offenbaren, als der Kanzleiführung bisher bekannt war.
Am Mittwoch traf sich die sogenannte "Deciding Group" – ein exklusiver Kreis von etwa zehn Partnern, die die Geschicke der Kanzlei lenken – ohne Karps Wissen zu einer Krisensitzung. Die Partner mussten feststellen, dass Karp noch in den Monaten vor Epsteins Tod 2019 Kontakt zu dem verurteilten Straftäter hatte. Die Gruppe kam zu dem Schluss, dass diese Verbindungen eine zu große Belastung für die Kanzlei darstellten.
Die Entscheidung fiel noch am selben Tag: Scott Barshay, ein renommierter M&A-Anwalt, den Karp vor einem Jahrzehnt zur Kanzlei geholt hatte, sollte die Nachfolge antreten. Dem 60-jährigen Barshay fiel die undankbare Aufgabe zu, Karp am späten Mittwochabend persönlich über den Beschluss zu informieren.
Zweite Krise in kurzer Zeit
Für Karp ist es die zweite schwere Kontroverse innerhalb kürzester Zeit. Vor weniger als einem Jahr hatte er bereits einen Sturm überstanden, als er im Namen von Paul Weiss einen beispiellosen Vergleich mit dem damaligen Präsidenten Donald Trump aushandelte. Diese zweite Krise sollte er jedoch nicht mehr überstehen.
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Zur AktienanalysePaul Weiss zählt zu den prestigeträchtigsten Wirtschaftskanzleien der USA und berät Konzerne bei milliardenschweren Fusionen und Übernahmen. Barshay gilt als einer der führenden Köpfe im M&A-Geschäft und hatte maßgeblich dazu beigetragen, die Kanzlei in diesem Bereich zu einer der Top-Adressen zu machen.
Der plötzliche Führungswechsel zeigt, wie sensibel die Anwaltsbranche auf Reputationsrisiken reagiert – insbesondere wenn es um Verbindungen zu verurteilten Straftätern wie Epstein geht. Die Kanzlei hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorgängen geäußert.


