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Partners Group: Wie Anleger-Zweifel den Schweizer Aufstieg stoppten

Der Schweizer Private-Equity-Riese erlebt seinen schwersten Kurseinbruch nach Fondsaussetzungen und wachsenden Bewertungszweifeln.

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Partners Group: Wie Anleger-Zweifel den Schweizer Aufstieg stoppten

Die Partners Group, einst ein Paradebeispiel des Schweizer Finanzplatzes, hat in dieser Woche einen historischen Rückschlag erlitten. Das in Zug ansässige Unternehmen setzte die Rücknahmen bei einem 8,6 Milliarden Dollar schweren Private-Equity-Fonds aus, nachdem Kunden ihr Kapital wegen Sorgen über die Investitionen zurückgefordert hatten. Die Aktie brach daraufhin am Mittwoch um bis zu 18 Prozent ein – der schwerste Kurseinbruch in der Unternehmensgeschichte.

Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass die Partners Group einen noch größeren US-Fonds einfrieren werde. Auch dort hatten sich die Abflüsse beschleunigt – teilweise aus Befürchtungen, dass Vermögenswerte überbewertet sein könnten, während die Finanzmärkte in Turbulenzen gerieten. „Der Markt ist zu dem Schluss gekommen, dass das langfristige Wachstumspotenzial der Partners Group Schaden genommen hat", sagte Vontobel-Analyst Andreas Venditti. „Die Stimmung ist erschüttert."

Vom Goldman-Sachs-Trio zum Schweizer Finanzgiganten

Gegründet wurde die Partners Group 1996 von drei ehemaligen Goldman-Sachs-Bankern: Marcel Erni, Alfred Gantner und Urs Wietlisbach. Bereits im Folgejahr legten sie ihren ersten Private-Equity-Fonds in Luxemburg auf. Nach dem Börsengang im Jahr 2006 folgten jahrelange Kursgewinne, und das Unternehmen wuchs durch Diversifizierung in Bereiche wie Immobilien und Infrastruktur zu einem Global Player heran. Heute verwaltet die Partners Group rund 185 Milliarden Dollar. Die Gründer zählen laut Forbes mit einem geschätzten Vermögen von jeweils knapp 3 Milliarden Dollar zu den reichsten Männern der Schweiz.

Das Unternehmen investiert die Ersparnisse wohlhabender Privatpersonen sowie Pensionskassengelder in Unternehmen weltweit. Privatanleger machen dabei etwa 20 Prozent des Kundenstamms aus. Als enger Partner des Schweizer Bankenriesen UBS reicht der Einfluss der Partners Group bis in die Bundespolitik – das Unternehmen half der Schweiz sogar dabei, einen Handelsstreit mit US-Präsident Donald Trump beizulegen.

Wachsende Bedenken seit Monaten

Die Ereignisse dieser Woche kamen für aufmerksame Beobachter nicht völlig überraschend. Bedenken hinsichtlich der Performance der Partners Group hatten sich seit Monaten aufgebaut, insbesondere bei den sogenannten Evergreen-Fonds – einem Branchennovum, das Kunden einen leichteren Zugang zu ihrem Kapital ermöglichen soll. Die Mittelabflüsse stiegen in diesem Jahr stetig an.

Ende April veröffentlichte der Leerverkäufer Grizzly Research einen Bericht, in dem behauptet wurde, Partners habe einige Investitionen, die sich nur bescheiden entwickelt hatten, zu hoch bewertet. Das Unternehmen wies die Vorwürfe entschieden zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen Grizzly an. Doch Führungskräfte, darunter CEO David Layton, räumten ein, dass der Bericht dem Unternehmen geschadet habe.

Ein Warnsignal für die gesamte Branche

Die Probleme der Partners Group stehen nicht isoliert da. Partners ist das erste bedeutende Beispiel dafür, dass Private Equity in einen breiteren Trend hineingezogen wird, bei dem Anleger ihr Geld aus Fonds abziehen. Zunächst waren Immobilienfonds von steigenden Zinsen betroffen, dann wuchsen die Sorgen bei Private-Credit-Fonds, bei denen unregulierte Finanzunternehmen Kredite an Firmen vergeben.

Einige privat geführte Fonds versuchen, Ausverkäufe zu begrenzen, indem sie die Ausstiegswünsche der Anleger deckeln. Dies verschafft ihnen zwar Zeit zur Liquiditätsbeschaffung, geht jedoch zu Lasten ihrer Glaubwürdigkeit. „Die Partners Group ist aufgrund ihrer tiefen Verwurzelung in der Realwirtschaft unweigerlich von makroökonomischen Sorgen betroffen", sagte Daniel Regli, Analyst bei der Schweizer Bank ZKB.

Die jahrelangen Kursgewinne nach dem Börsengang begannen bereits nach einer Reihe globaler Schocks zu schwinden – darunter die Post-Pandemie-Inflation, Russlands Invasion in der Ukraine, steigende Zinsen und Trumps Handelszölle. Die Ereignisse dieser Woche markieren nun einen vorläufigen Tiefpunkt für ein Unternehmen, das einst als Musterbeispiel für den Erfolg des Schweizer Finanzplatzes galt.

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