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Partners Group begrenzt Rücknahmen und löst massiven Aktienabsturz aus

Der Schweizer Private-Equity-Riese Partners Group schränkt Anlegerrücknahmen aus einem 8,6-Milliarden-Dollar-Fonds ein – die Aktie bricht ein.

Partners Group begrenzt Rücknahmen und löst massiven Aktienabsturz aus

Partners Group, einer der größten börsennotierten Private-Equity-Konzerne der Welt, hat Rücknahmen aus seinem Flaggschiff-Fonds für Privatmarktanlagen eingeschränkt. Der Schritt löste am Mittwoch einen massiven Ausverkauf der Aktie aus: Die Papiere des Schweizer Unternehmens verloren zeitweise bis zu 18% an Wert – der größte Tagesverlust seit dem Börsengang im Jahr 2006.

Konkret betroffen ist der Global Value Sicav-Fonds mit einem Volumen von 8,6 Milliarden US-Dollar. Partners Group teilte den Anlegern mit, dass die Rücknahmen im zweiten Quartal auf 5% des Fondswerts begrenzt werden mussten. Der Grund: Die Rücknahmeanträge waren auf nahezu 10% des Fondswerts gestiegen und überstiegen damit die verfügbare Liquidität deutlich.

Der Fonds investiert in Private Equity, Anleihen hunderter Unternehmen sowie in weitere Privatmarktanlagen und ist auf Buyout-Strategien spezialisiert. Er richtet sich an vermögende Privatpersonen, die über eine quartalsweise Rückgabemöglichkeit verfügen – ein Modell, das Partners Group maßgeblich mitentwickelt hat.

Hintergrund: Druck auf Privatmarktfonds wächst

Partners Group gilt als Pionier bei der Entwicklung von Fondsstrukturen, die es tausenden wohlhabenden Privatanlegern ermöglichen, in Anlageklassen zu investieren, die traditionell institutionellen Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherungen vorbehalten waren. Diese sogenannten Semi-Liquid-Strukturen erlauben zwar keine tägliche Rückgabe wie bei Publikumsfonds, bieten aber quartalsweise Liquiditätsfenster.

Genau dieses Modell steht nun unter Druck. CEO David Layton erklärte in einem kurzfristig anberaumten Auftritt bei Bloomberg TV, dass die Rücknahmebeschränkungen nichts mit der Wertentwicklung des Fonds zu tun hätten. Vielmehr spiegele sich darin die allgemeine Verunsicherung wohlhabender Kunden gegenüber Privatmarktanlagen wider. „Ein Teil dieses Rücknahmedrucks im Bereich Private Credit hat begonnen, auf andere Anlageklassen überzugreifen", sagte Layton.

Die Aktie von Partners Group hat in diesem Jahr bereits mehr als ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Anleger befürchten, dass das Unternehmen aufgrund der Belastungen an den Privatmärkten einen Rückgang der Verwaltungsgebühren verzeichnen könnte – ein zentraler Ertragsbestandteil für Asset Manager dieser Art.

Partners Group: Globaler Riese mit Schweizer Wurzeln

Partners Group ist in Europa und den USA aktiv und unterhält einen regionalen Hauptsitz außerhalb von Denver, Colorado. Das Unternehmen ist seit 2006 an der Schweizer Börse notiert und zählt zu den bedeutendsten Akteuren im globalen Private-Equity-Markt.

Der aktuelle Kurseinbruch verdeutlicht, wie empfindlich Privatmarkt-Spezialisten auf Liquiditätsprobleme reagieren können. Während börsennotierte Fonds täglich gehandelt werden, sind Privatmarktfonds strukturell weniger liquide – was in Stressphasen zu genau solchen Rücknahmebeschränkungen führen kann, wie sie Partners Group nun umsetzen musste. Für deutsche Privatanleger, die zunehmend in ähnliche Strukturen investieren, ist dies ein wichtiges Warnsignal.

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