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Parent-PLUS-Kredit über 100.000 Dollar: Umschulden oder nicht?

Ein Ehemann nahm 100.000 Dollar Studienkredite für seine Tochter auf – sie brach ab. Jetzt stellt sich die Frage: Umschulden?

Parent-PLUS-Kredit über 100.000 Dollar: Umschulden oder nicht?

Ein in den USA weit verbreitetes Dilemma trifft immer mehr Familien: Eltern nehmen sogenannte Parent-PLUS-Darlehen auf, um das Studium ihrer Kinder zu finanzieren – in der Hoffnung, dass der Nachwuchs die Schulden später selbst übernimmt. Doch was passiert, wenn dieser Plan scheitert? Genau diese Frage beschäftigt eine Frau, deren Mann für seine Tochter Studienkredite in Höhe von 100.000 US-Dollar aufgenommen hat.

Der Mann hatte die Parent-PLUS-Darlehen in der klaren Erwartung abgeschlossen, dass seine Tochter die Schulden nach dem Studium zurückzahlen würde. Doch die Tochter brach das Studium nach zwei Jahren ab – als Grund nannte sie psychische Probleme. Seitdem arbeitete sie lediglich in Teilzeit und wurde zuletzt auch von dieser Stelle entlassen.

Was sind Parent-PLUS-Darlehen?

Parent-PLUS-Loans sind staatliche Studienkredite in den USA, die nicht an Studierende, sondern direkt an deren Eltern vergeben werden. Das bedeutet: Die rechtliche Rückzahlungsverpflichtung liegt vollständig bei den Eltern – nicht beim Kind. Selbst wenn die Familie intern vereinbart, dass das Kind die Schulden übernimmt, ist diese Absprache rechtlich nicht bindend gegenüber dem Kreditgeber. Für deutsche Leser lässt sich das am ehesten mit einem elterlichen Privatkredit vergleichen, der für Ausbildungszwecke aufgenommen wird – mit dem Unterschied, dass in den USA staatliche Programme mit spezifischen Konditionen existieren.

Die Situation der betroffenen Familie ist finanziell ernst. Die Frau beschreibt die Lage ihrer Stieftochter mit den Worten: „Es besteht kaum eine Chance, dass sie diese Kredite jemals zurückzahlen kann." Angesichts der Teilzeitbeschäftigung und der anschließenden Entlassung erscheint eine vollständige Rückzahlung der sechsstelligen Summe tatsächlich unrealistisch.

Die Frage der Umschuldung

Die zentrale Überlegung der Familie lautet nun: Sollte man die Parent-PLUS-Darlehen bei einem privaten Kreditgeber umschulden, um einen günstigeren Zinssatz zu erhalten? Diese Option, im Englischen als „Refinancing" bezeichnet, ist grundsätzlich möglich – birgt jedoch erhebliche Risiken, die Betroffene kennen sollten.

Wer staatliche Parent-PLUS-Darlehen in einen privaten Kredit umschuldet, verliert sämtliche Schutzrechte, die mit staatlichen Studienkrediten verbunden sind. Dazu gehören unter anderem einkommensabhängige Rückzahlungspläne, Stundungsmöglichkeiten bei finanziellen Engpässen sowie potenzielle Erlassprogramme. Ein niedrigerer Zinssatz bei einem privaten Anbieter kann kurzfristig attraktiv wirken, langfristig jedoch die Flexibilität der Familie erheblich einschränken.

Für viele Familien in ähnlichen Situationen ist es ratsam, zunächst alle verfügbaren staatlichen Optionen zu prüfen, bevor eine Umschuldung in Betracht gezogen wird. Dazu zählen etwa einkommensabhängige Tilgungspläne oder Programme zur Kreditentlastung für Eltern. Eine Umschuldung zu einem privaten Anbieter sollte erst dann erfolgen, wenn alle staatlichen Alternativen ausgeschöpft sind und die finanzielle Situation der Familie stabil genug ist, um auf die staatlichen Schutznetze verzichten zu können.

Der Fall verdeutlicht ein strukturelles Problem des amerikanischen Studienkreditsystems: Eltern tragen das volle finanzielle Risiko, wenn Kinder ihr Studium nicht abschließen oder anschließend keine ausreichend gut bezahlte Beschäftigung finden. In Deutschland ist dieses Risiko durch das BAföG-System anders verteilt – dennoch lohnt sich auch hierzulande ein kritischer Blick auf Bürgschaften oder private Darlehen, die Eltern für die Ausbildung ihrer Kinder aufnehmen.

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