Paramount und Warner Bros pausieren 110-Milliarden-Dollar-Fusion bis 2027
Rechtliche Anfechtungen durch zwölf US-Bundesstaaten und die Writers Guild of America bremsen den milliardenschweren Mediendeal aus.

Paramount Skydance und Warner Bros Discovery setzen ihre geplante Fusion im Wert von 110 Milliarden US-Dollar (rund 82,8 Milliarden Pfund) vorläufig aus. Beide Unternehmen haben vereinbart, den Zusammenschluss bis Juni 2027 auf Eis zu legen, während ein Richter eine rechtliche Anfechtung gegen den Deal prüft. Die gerichtlichen Eilanhörungen wurden infolgedessen abgesagt.
Auslöser der Unterbrechung sind Klagen von zwölf US-Bundesstaaten sowie der Writers Guild of America (WGA). Die Kläger argumentieren, dass die Fusion den Wettbewerb im Medienmarkt beeinträchtigen und zu höheren Preisen für Verbraucher führen würde. WGA-Chef Tom Fontana warnte zudem, dass der Zusammenschluss die Löhne drücken und die Möglichkeiten für Nachwuchsautoren zunichtemachen würde.
Die Gegner des Deals machen geltend, dass ein Zusammenschluss zweier so großer Studios einem einzigen Unternehmen zu viel Kontrolle über den Markt verleihe. Dies würde die Verhandlungsmacht von Autoren und Filmcrews schwächen, die Projektoptionen einschränken und letztlich die Auswahl für die Zuschauer begrenzen. „Wir sind weiterhin der Ansicht, dass diese Fusion rechtswidrig ist, und wir werden den Kampf fortsetzen, um sie zu verhindern", erklärte die „Block the Merger Coalition" in einer Stellungnahme vom 24. Juli.
Europäische Zustimmung mit Auflagen
Die Entwicklung in den USA steht im Kontrast zur Entscheidung der europäischen Regulierungsbehörden, die dem Deal kurz zuvor grundsätzlich zugestimmt hatten – allerdings unter einer wichtigen Bedingung: Paramount muss eine bedeutende Filmvertriebspartnerschaft mit Universal Pictures in der Region beenden. Das US-Justizministerium hatte dem Zusammenschluss bereits im Juni grünes Licht gegeben.
Trotz des gerichtlichen Stillstands betonen beide Unternehmen die strategische Notwendigkeit der Fusion. Paramount und Warner Bros sehen den Zusammenschluss als unerlässlich an, um mit digitalen Streaming-Giganten und Technologiekonzernen konkurrieren zu können. Paramount begrüßte die Aussetzungsvereinbarung als „bedeutenden Sieg" und erklärte, sie biete einen „direkten Weg zu einem Prozess auf der Grundlage von Beweisen".
Das Unternehmen fügte hinzu, dass ein Prozess der „schnellste" Weg sei, um zu beweisen, dass die Fusion „gut" für den Wettbewerb, die Verbraucher und die Kreativen sei. Als konkretes Versprechen an die Zuschauer stellt Paramount in Aussicht, jährlich 30 Filme in die Kinos zu bringen – eine Verdoppelung des derzeitigen Ausstoßes.
Zeitplan bis Ende Juli
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Zur AktienanalyseNun müssen die Anwaltsteams beider Seiten bis zum 31. Juli einen Zeitplan für den Prozess vorlegen. Bis ein Richter ein endgültiges Urteil fällt – oder bis zum 1. Juni 2027 –, werden Paramount und Warner Bros als völlig getrennte, konkurrierende Unternehmen am Markt agieren.
Für deutsche Anleger und Medienbeobachter ist der Fall von besonderer Bedeutung: Der Ausgang des Verfahrens könnte als Präzedenzfall für künftige Medienfusionen weltweit dienen und zeigt, wie stark Hollywood-Gewerkschaften und US-Bundesstaaten bereit sind, gegen Konsolidierungstendenzen in der Unterhaltungsbranche vorzugehen.


