Paramount erhöht Druck im Warner-Poker
Übernahmeangebot über 108 Milliarden Dollar richtet sich gegen Netflix-Deal

Der Unterhaltungskonzern Paramount Skydance versucht, die angekündigte Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix zu verhindern und hat den Aktionären ein eigenes Angebot unterbreitet. Das Unternehmen bestätigte, dass es ein Kaufgebot in Höhe von 30 Dollar pro Aktie für den Gesamtkonzern abgegeben hat. In dem Angebot ist auch die Sparte Global Networks enthalten, die Warner Bros. Discovery ursprünglich ausgliedern wollte. Der Wert des Gesamtdeals läge bei 108,4 Milliarden Dollar.
Zuvor hatte Netflix eine Vereinbarung zum Kauf des Studio- und Streaminggeschäfts von Warner Bros. Discovery geschlossen. Der vereinbarte Preis beträgt 27,75 Dollar pro Aktie und entspricht einem Unternehmenswert von 82,7 Milliarden Dollar einschließlich Schulden. Ohne Schulden ergibt sich ein Wert von 72 Milliarden Dollar. Die Aktienkurse reagierten deutlich: Die Papiere von Paramount legten zu Handelsbeginn rund 4,1 Prozent zu, die von Warner Bros. stiegen um knapp sechs Prozent. Die Aktien von Netflix gaben dagegen um rund 4,3 Prozent nach.
Netflix äußerte sich nicht direkt zu dem Gegenangebot. Auf einer Konferenz erklärten jedoch die beiden Unternehmenschefs Ted Sarandos und Greg Peters, dass der Schritt von Paramount erwartet worden sei und sie weiterhin überzeugt seien, dass die getroffene Vereinbarung gut für die Aktionäre und Kunden sei. Netflix zeigte sich zuversichtlich, dass die Regulierungsbehörden die Transaktion genehmigen werden und verwies auf die erwartete Verbraucherfreundlichkeit.
Das Angebot von Paramount wird als Versuch einer feindlichen Übernahme eingeordnet, da keine Vereinbarung mit Warner Bros. Discovery besteht. Dem Bieterwettstreit war eine Phase vorausgegangen, in der Warner Bros. Discovery mehrere Angebote von Wettbewerbern geprüft hatte. Auch Paramount hatte bereits im Oktober ein Angebot abgegeben. Unternehmenschef David Ellison hatte zuletzt Gespräche mit politischen Vertretern in Washington geführt. Ellison, Sohn des Oracle-Mitgründers Larry Ellison, gilt als enger Vertrauter des US-Präsidenten.
Der Erwerb durch Netflix stößt weiterhin auf politische und regulatorische Bedenken. Kritiker befürchten eine zu starke Marktposition, wenn Netflix zusätzlich Zugriff auf bekannte Marken wie Harry Potter, Superman, Batman oder Game of Thrones erhielte. Mehrere US-Politiker äußerten kartellrechtliche Vorbehalte. Auch Behörden in Kalifornien zeigten sich skeptisch und verwiesen auf mögliche Wettbewerbsnachteile. Netflix argumentierte dagegen, dass der Wettbewerb mit anderen Plattformen wie Youtube weiterhin erheblich sei und eine Marktkonsolidierung sinkende Preise ermöglichen könne.
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Zur AktienanalyseDie geplante Transaktion zwischen Netflix und Warner Bros. Discovery soll innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate abgeschlossen werden, nachdem Warner die Abspaltung seines Kabelgeschäfts Global Networks umgesetzt hat.


