Paramount erhöht Druck im Warner-Bros-Bieterstreit
Großinvestor fordert trotz Finanzgarantien weitere Zugeständnisse

Paramount Skydance hat sein Übernahmeangebot für Warner Bros Discovery nachgebessert, stößt damit aber weiterhin auf Skepsis bei wichtigen Investoren. Nach Einschätzung des Großaktionärs Harris Oakmark reicht das überarbeitete Angebot nicht aus, um einen klaren Vorteil gegenüber der konkurrierenden Offerte von Netflix zu schaffen. Der Investor, der rund 96 Millionen Aktien und damit etwa vier Prozent der Anteile an Warner Bros hält, erklärte, man werde auf bessere Konditionen drängen, falls Paramount ernsthaft an einem Erfolg interessiert sei.
Das geänderte Angebot von Paramount beläuft sich weiterhin auf rund 108,4 Milliarden US-Dollar. Zwar wurden Anpassungen an der Finanzierung vorgenommen, doch blieb der gebotene Preis von 30 Dollar je Aktie unverändert. Um bestehende Zweifel auszuräumen, sicherte Oracle-Mitgründer Larry Ellison persönlich einen wesentlichen Teil der Finanzierung ab. Die Garantie über mehr als 40 Milliarden Dollar soll gewährleisten, dass das Angebot vollständig unterlegt ist, nachdem zuvor Unsicherheiten über Mittel aus einem widerruflichen Trust bestanden hatten. Zudem erhöhte Paramount die Ausgleichszahlung für den Fall eines regulatorischen Scheiterns auf 5,8 Milliarden Dollar.
Trotz dieser Schritte sieht Harris Oakmark die Situation weiterhin als offen an. Nach Aussage des verantwortlichen Portfoliomanagers gleichen sich die beiden vorliegenden Angebote insgesamt aus, wobei ein Strategiewechsel für Warner Bros auch Kosten verursache. Um die Waage zugunsten von Paramount zu neigen, sei ein zusätzlicher finanzieller Anreiz erforderlich.
Der Verwaltungsrat von Warner Bros hatte sich bereits zuvor klar positioniert und den Aktionären empfohlen, das ursprüngliche Angebot von Paramount abzulehnen. Stattdessen sprach sich das Gremium einstimmig für die Offerte von Netflix aus. Diese falle zwar mit 23,25 Dollar je Aktie niedriger aus, werde jedoch als überlegen bewertet, da sie auf einer solideren Finanzierung basiere. Zusätzlich beinhaltet das Netflix-Angebot einen Aktienanteil sowie mögliche Erlöse aus der geplanten Abspaltung von Discovery Global.
Investoren sehen in dem Bieterwettstreit ein Zeichen für die Attraktivität der Vermögenswerte von Warner Bros. Mehrere Anteilseigner erklärten, dass hochwertige Medienmarken und etablierte Inhalte selten in dieser Form verfügbar seien. Einige signalisierten, der Empfehlung des Verwaltungsrats folgen zu wollen, während andere das überarbeitete Angebot von Paramount als potenziell vorteilhaft einschätzen, insbesondere mit Blick auf regulatorische Genehmigungschancen.
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Zur AktienanalyseGroße institutionelle Investoren wie Vanguard, State Street und BlackRock zählen zu den bedeutendsten Anteilseignern von Warner Bros und sind zugleich bei Paramount und Netflix engagiert. Eine öffentliche Stellungnahme dieser Häuser blieb aus. Die Aktionäre von Warner Bros haben nun bis zum 21. Januar Zeit, sich zwischen den konkurrierenden Angeboten zu entscheiden.


