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Panzer-Allianz: Rheinmetall und Leonardo bündeln Kräfte

Neues Joint Venture zielt auf Milliardenaufträge und internationale Märkte ab

Panzer-Allianz: Rheinmetall und Leonardo bündeln Kräfte

Rheinmetall und der italienische Rüstungskonzern Leonardo haben ein Joint Venture zur gemeinsamen Produktion von Panzern gegründet. Beide Unternehmen beteiligen sich zu gleichen Teilen mit je 50 Prozent an dem neuen Unternehmen, das seinen Sitz in Rom hat. Ziel ist es, zweistellige Milliardenumsätze zu erzielen, vor allem in Italien, aber auch auf internationalen Märkten. Rund 60 Prozent der Aktivitäten des Gemeinschaftsunternehmens sollen sich zunächst auf Italien konzentrieren.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger betonte, dass dieses Gemeinschaftsprojekt ein erster Schritt zur Konsolidierung der Rüstungsindustrie sei. Gemeinsam mit Leonardo werde ein neues Schwergewicht im Panzerbau geschaffen. Auch Leonardo-Chef Roberto Cingolani sieht das Unternehmen als bedeutenden Beitrag zur Schaffung eines europäischen Verteidigungssystems.

Das bereits im Juli angekündigte Gemeinschaftsunternehmen soll vorrangig Aufträge der italienischen Armee bedienen. Dabei stehen der Kampfpanzer Panther und der Schützenpanzer Lynx von Rheinmetall im Mittelpunkt, die Leonardo mit eigenen Technologien ergänzen wird. Insgesamt ist die Beschaffung von über 1000 gepanzerten Kampfsystemen für das italienische Militär vorgesehen. Neben dem klassischen Schützenpanzer sind auch Varianten für Flugabwehr, Aufklärung und Panzerabwehr geplant.

Das neue Unternehmen soll auch internationale Märkte erschließen und wird für die kommenden Jahre umfangreiche Absatzchancen erwartet. Der erste Auftrag könnte bereits Ende des Jahres oder im ersten Quartal 2025 erteilt werden, wie Papperger in einer Telefonkonferenz im August mitteilte. Er sprach von einem potenziellen Auftragsvolumen von 20 bis 25 Milliarden Euro.

Ein weiteres Ziel des Joint Ventures ist es, Leonardos mögliche Beteiligung am europäischen Hauptkampfsystem (MGCS) zu fördern, das die zukünftige Ablösung des Leopard 2 und Leclerc Panzers plant. Zudem ist Leonardo bereits an anderen europäischen Rüstungsunternehmen beteiligt, darunter dem deutschen Elektronikkonzern Hensoldt, an dem die Italiener einen Anteil von 22,8 Prozent halten.

Rheinmetall erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 7,2 Milliarden Euro, während Leonardo mit 15,3 Milliarden Euro Umsatz zu den größten Rüstungskonzernen Europas gehört. Mit dem neuen Joint Venture wird erwartet, dass Rheinmetalls bereits bestehende Präsenz in Italien, die aktuell drei Tochtergesellschaften und rund 1.500 Mitarbeiter umfasst, weiter ausgebaut wird.

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