Palmöl in Deutschland: Nachhaltigkeitsbedenken bei deutschen Konzernen
Die Herausforderung der Lieferkettenkontrolle und die Rolle von Beiersdorf, BASF und Henkel

Internationale Recherchen haben kürzlich aufgedeckt, dass zweifelhaftes Palmöl aus Indonesien den Weg nach Deutschland findet und von deutschen Konzernen bezogen wird. Offenbar haben indonesische Palmölhersteller Möglichkeiten gefunden, Nachhaltigkeitsregeln zu umgehen. Dies hat Besorgnis in Bezug auf die Nachhaltigkeit des in Deutschland verwendeten Palmöls ausgelöst.
Palmöl ist ein wertvoller Rohstoff, der in zahlreichen Industrien und Produkten, darunter Chemie, Kosmetik, Waschmittel und Lebensmittel, weit verbreitet ist. Deutsche Unternehmen wie Beiersdorf, BASF und Henkel beziehen Palmöl aus Indonesien, doch die Herkunft dieses Palmöls wirft Fragen auf.
Laut Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung", gemeinsam mit dem Internationalen Konsortium Investigativer Journalistinnen und Journalisten (ICIJ) und der Investigativplattform "The Gecko Project", hat der deutsche Konsumgüterhersteller Beiersdorf im Jahr 2022 Palmöl von der indonesischen Firma BT Bulungang Hijau Perkasa erhalten. Diese Firma wird seit Jahren von Nichtregierungsorganisationen beschuldigt, große Urwaldflächen legal abzuholzen, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen. Dies steht im Widerspruch zu den Nachhaltigkeitsverpflichtungen, die Beiersdorf gemäß dem RSPO-Standard eingegangen ist, der seit 2018 vorsieht, dass für die Palmölproduktion keine neuen Wälder mehr abgeholzt werden dürfen.
Die Recherchen zeigen auch, dass Beiersdorf im vergangenen Jahr Palmöl von zwei weiteren indonesischen Unternehmen bezogen hat, die ebenfalls massive Abholzungen in Borneo durchgeführt haben sollen. Beiersdorf gab an, von den Vorwürfen seit Frühjahr 2022 Kenntnis zu haben und Maßnahmen ergriffen zu haben, um mögliche Missstände vor Ort zu beheben. Das Unternehmen betonte jedoch, dass die Menge an Palmöl, die von den fraglichen Firmen bezogen wurde, nur 0,15 Prozent des Jahresverbrauchs von Beiersdorf ausmache.
Neben Beiersdorf sind auch Henkel und BASF in den Recherchen aufgetaucht. Alle drei Unternehmen wurden im vergangenen Jahr von Palmölmühlen beliefert, die mit dem singapurischen Unternehmen First Resources verbunden sind. Es besteht der Verdacht, dass nicht alle Unternehmen in diesem Netzwerk nachhaltig arbeiten. Eine dieser Firmen ist FAP Agri, der jahrelange Abholzungen von Primärwald in Indonesien zur Last gelegt werden. Die Vorwürfe gegen die von First Resources kontrollierten Firmengruppen reichen von der Zerstörung von Lebensräumen für Orang-Utans bis zur Umweltzerstörung.
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Zur AktienanalyseDie Schwierigkeit, die Lieferketten in dieser komplexen Situation zu kontrollieren, erschwert es deutschen Unternehmen, sicherzustellen, dass das von ihnen bezogene Palmöl nachhaltig produziert wird. Die Tatsache, dass First Resources seine Mühlen in der Nähe der Plantagen anderer Firmengruppen auf Borneo hat, macht die Situation noch undurchsichtiger.
Die deutschen Unternehmen Beiersdorf, BASF und Henkel haben angekündigt, den Vorwürfen nachzugehen und weitere Aufklärungsmaßnahmen einzuleiten. Die Kontrolle der Herkunft von Palmöl und die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards bleiben eine Herausforderung für die Industrie, während die internationale Gemeinschaft den Druck erhöht, die Entwaldung zu stoppen und nachhaltige Lieferketten zu fördern.


