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Palantir springt 12% nach Rekordquartal – KI-Boom beschleunigt sich

Palantir übertrifft alle Erwartungen: Der US-Kommerzumsatz wächst um 149%, der Nettogewinn verdreifacht sich nahezu.

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Palantir springt 12% nach Rekordquartal – KI-Boom beschleunigt sich

Palantir hat im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen und damit eine kräftige Kursrally ausgelöst. Die Aktie des KI-Softwareunternehmens stieg nach Bekanntgabe der Zahlen um 12%. Der Gesamtumsatz legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 93% zu und näherte sich damit der Marke von rund zwei Milliarden US-Dollar – nach etwa einer Milliarde US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Besonders beeindruckend fiel der Nettogewinn aus: Palantir erzielte 1,07 Milliarden US-Dollar bzw. 41 Cent pro Aktie. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch rund 329 Millionen US-Dollar bzw. 13 Cent pro Aktie ausgewiesen. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 220% beim Gewinn je Aktie – ein deutliches Signal für die operative Hebelwirkung des Geschäftsmodells.

Kommerzielles US-Geschäft als Wachstumsmotor

Lange war Palantir vor allem als Lieferant von Analyse- und Überwachungssoftware für US-Behörden und das Militär bekannt. Doch das kommerzielle Segment entwickelt sich zunehmend zum zweiten starken Standbein. Der US-Umsatz im kommerziellen Bereich stieg im Jahresvergleich um 149% auf 764 Millionen US-Dollar. Unter Berücksichtigung von Zinseszinseffekten ist dieser Bereich seit 2024 sogar um 380% gewachsen.

Auch das Regierungsgeschäft läuft weiterhin stark: Der Umsatz mit der US-Regierung wuchs um 90% auf 809 Millionen US-Dollar. Der verbleibende Wert der kommerziellen US-Verträge hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 6,24 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt – ein Indikator für die künftige Umsatzsichtbarkeit des Unternehmens.

Prognose deutlich angehoben

Auf Basis der starken Quartalszahlen hob Palantir seine Jahresprognose erheblich an. Das Unternehmen erwartet nun für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz zwischen 8,15 und 8,16 Milliarden US-Dollar – gegenüber der vorherigen Prognose von 7,65 bis 7,66 Milliarden US-Dollar. Für den US-Kommerzumsatz rechnet Palantir nun mit „mehr als" 3,42 Milliarden US-Dollar, nach zuvor prognostizierten 3,22 Milliarden US-Dollar.

CEO Alex Karp zeigte sich gegenüber dem US-Sender CNBC optimistisch und erklärte, das starke Wachstum sehe danach aus, „als würde dies noch mindestens weitere 18 Monate anhalten". Karp ist ein erklärter Befürworter sogenannter Open-Weight-Modelle – also KI-Modelle, deren Gewichte öffentlich zugänglich sind – und spricht sich gegen eine zu starke Abhängigkeit vom Token-Modell führender KI-Labore aus.

Politisches Engagement für offene KI-Modelle

Im vergangenen Monat unterzeichneten Karp und Palantir gemeinsam mit anderen Schwergewichten der Technologiebranche einen offenen Brief an die US-Regierung. Darin forderten sie, Open-Weight-Modelle nicht einzuschränken. Hintergrund ist die wachsende Konkurrenz durch chinesische KI-Tools, die technologisch rasch aufgeholt haben. Karp formulierte es pointiert: „In Amerika gewinnen wir durch Wettbewerb, und unsere offenen Modelle müssen so gut werden wie die chinesischen."

Die starken Quartalszahlen kommen zu einem wichtigen Zeitpunkt. Die Palantir-Aktie hatte in diesem Jahr zuvor 29% an Wert verloren, da Anleger zunehmend besorgt waren, dass das Wachstum im KI-Softwaremarkt an Dynamik verlieren könnte. Die aktuellen Ergebnisse dürften diese Sorgen zumindest vorübergehend zerstreuen und unterstreichen, dass Palantir von der anhaltenden Nachfrage nach KI-gestützten Analyseplattformen sowohl im staatlichen als auch im privatwirtschaftlichen Bereich profitiert.

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